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Geologische Beschreibung der Inseln Madeira und Porto Santo / von G. Hartung ; mit dem systematischen Verzeichnisse der fossilen Reste dieser Inseln und der Azoren von Karl Mayer
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Der innere Bau der Gebirgsmassen von Madeira.

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an den Gehängen des durch die mittlerere Anhäufung gebildeten Gebirgesbald mehr bald weniger bedeutende Hervorragungen und Unebenheiten,welche der Bergform Abwechselung ertheilten und später hei den Einwir-kungen des Dunstkreises einen entschiedenen Einfluss auf die Thalbildungenausübten. Die seitlichen Höhenzüge, welche die auf der Tafel V dargestellteThalmulde nach Ost und West begrenzen, endigen an der Küste in mächti-gen annähernd senkrechten Klippen, die sehr lehrreiche Durchschnitte bilden.

Der Ilölicnzug am lalheiro mul Cali» Clara ja», aufgeschlossen im Kiistemlurch-sclinitt zwischen ilem Forte de S. Tliiago bei Fiinchal und der l'onta da Olireira

(Tafel III Fig. ft).

Von Fiinchal führen zwei Wege ostwärts steil hinauf; der eine mehrnördlich auf den Palheiro*) bis zu einer Meereshöhe von ungefähr 1800 F.,der andere unfern der Klippe bis zur Kapelle Nossa Senhora das Neves,die etwa 1000 Fuss oberhalb des Meeres liegt. Auf dem ersteren gelangtman über Camacha und Joaö frio nach S. Antonio da Serra, auf dem an-dern über Canigo und Porto novo nach Sta. Cruz; auf beiden steigt mansobald man die Höhe erreicht hat. nicht wieder bedeutend herab, weil dasGebirgsgehänge auf der östlichen Seite des HÖhenzuges viel mehr erhöht ist,als in der Thalnmlde von Funchal . Sehr auffallend erscheint der Höhen-unterschied wenn man einen Durchschnitt parallel mit der Meeresklippedurch den Palheiro, den Covoes und den Pico do Canigo legt. Was dieseauf Tafel III Fig. 5 angedeutete Ungleichheit der Gebirgsabhänge ursprüng-lich hervorbrachte, lässt sich nicht mehr ergründen, da kein Längendurch-schnitt das Innere des von Nord nach Süd gerichteteten Palheiro - Kückensbioslegt und da der Küstendurchschnitt nur Lavabänke, die sich von Ostnach westwärts in flachem Bogen wölben, enhüllt. Doch beweist eben diese,auf Tafel III Fig. 5 unter a b c d e angedeutete Wölbung der geschichte-ten steinigen Laven, dass hier schon in den tieferen Schichten des Gebir-ges eine Bodenanschwellung bestanden haben muss, und zwar eine von Nordnach Süd gerichtete Erhöhung des Gebirges, welche sich bei der fortdauern-den Anhäufung der vulkanischen Erzeugnisse erhielt, vielen Laven in ihrerBewegung von Nord nach Süd eine Grenze setzte und schliesslich zuletztan der Oberfläche durch örtliche Ablagerungen soweit erhöht ward, dass sie

*) Palheiro (Strohsclnippen oder Strohhütte) ist der Name einer Besitzung desGrafen Carvalhal, die häufig von Fremden wegen des ausgedehnten Parkes, der reinenLuft und der herrlichen Aussicht besucht wird. Die Lage ist auf der Ansicht Taf. Vund im Durchschnitt Tafel III Fig. 5 angedeutet. Der Name Palheiro do Ferreiro sollvon demStrohschuppen eines Schmiedes herrühren, der vor der Anlage des Parkesdie Oertlirhkeit auf der Höhe des Bergrückens hezeichnete.