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Geologische Beschreibung der Inseln Madeira und Porto Santo / von G. Hartung ; mit dem systematischen Verzeichnisse der fossilen Reste dieser Inseln und der Azoren von Karl Mayer
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Geologische Verhältnisse.

auf. Da nehmlich die von Prof. Anderson gemachte Analyse der Kalkkon-kretiorien einen Gehalt von 4,25 Procent stickstoffhaltiger organischer Sub-stanz ergeben hatte, erklärte er die kalkigen Verästelungen für thierischeGebilde einer Korallenformation (a tract of fossil corral) aus der Familieder Alcyonidae (vielleicht mit A arboreum verwandt). Sir Charles Lyell ,der sich der Auffassung von Smith of Jordanhill anschloss, deutete die Sand-ablagerungen bei Cani(;al auf der Ponta de S. Lourengo, und die ganz ähn-lichen auf Porto Santo als übermeerisch entstandene Dünenbildungen, derengrössere oder geringere Mächtigkeit von der Bodengestaltung der Grund-lage abhängig war, auf welcher der Sand angehäuft wurde.

Steigt man an der nördlichen Klippe bis zu etwa 100 Fuss oberhalbdes Meeres herab, so trifft man bei c zwischen a und b (Tafel III Fig. 1)gerundete Bruchstücke, die ursprünglich einem Bachbette angehören mussten.Sie sind etwa 5 Fuss hoch angehäuft, faustgross und messen bis 2'/».Fussim Durchmesser. Auf beiden Seiten treten anscheinend die Reste der einsti-gen Uferwände hervor, nehmlich bei a Fig. 1 (Tafel III) eine Felswand, diesich 15 Schritte weit landeinwärts verfolgen lässt, und bei b an der gegen-überstehenden Seite der entsprechende Absturz, zu dem man jedoch nichtgelangen kann. Der Zwischenraum mag etwa 50 Schritte betragen. Wohldenkbar ist es, dass die oberen sanft abfallenden Gehänge des Thaies, indessen Grunde der Bach floss, mit Bäumen oder mit Unterholz bestandenwaren, dass die Stämme, Wurzeln und Aeste unter dem von der Nordküsteheraufgewehten Sande begraben wurden, dass der kohlensaure Kalk deshereinsickernden Regenwassers nach der allmähligen Entfernung der Holz-theile die Formen des überdeckten Gestrüppes annahm und dass endlich dieso entstandenen Abgüsse in Folge der Erosion durch fliessendes Wasserund Wind wieder theilweise blosgelegt wurden. Allein nicht überall, wosolche und annähernd ähnlich gestaltete kalkige Konkretionen Vorkommen,ist zu deren Entstehen die Anwesenheit von vermodernden Aesten undWurzeln unumgänglich nothwendig. Es müssen solche stalagmitischen Ge-bilde, die mehr vereinzelt in den Dünenbildungen von Porto Santo undFuertaventura, wo doch keine fossilen Ueberreste von Wäldern vorausge-setzt werden, Vorkommen, auch etwa so wie die Lössmännchen durch Ein-sickern des kalkhaltigen Regenwassers in anderweitig gebildeten Höhlungenentstehen. Und selbst in der Dünenbildung der Ponta de S. Lourengo sinddie kalkigen Theile mitunter in Risse und Spalten der zusammengetrockne-ten Dürienbildung hineingesickert und haben ganz dünne weisse Platten odereinzelne Knollen hinterlassen, die später wieder blosgelegt wurden. An die-ser Oertlichkeit ist indessen die Masse der Stalagmiten so bedeutend undihre Aehnlichkeit mit Wurzeln, Aesten und selbst mit Stämmen oft so auf-