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Geologische Beschreibung der Inseln Madeira und Porto Santo / von G. Hartung ; mit dem systematischen Verzeichnisse der fossilen Reste dieser Inseln und der Azoren von Karl Mayer
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Geologische Verhältnisse.

in der Richtung von NO nach SW von 7% auf 12 '/* und von SO nach NW von 4 auf 15 y 4 Minuten, während der Flächeninhalt von 13 zu 74 Quadrat-minuten anwächst.

Bei der beschränkten Höhe und Ausdehnung hat die Insel Porto Santoim Vergleich mit Madeira nur unbedeutende Thalbildungen aufzuweisen. Dieansehnlichsten Thäler sind die der Serra de Fora und der Serra de Dentro.Das erstere erstreckt sich vom Sattel zwischen dem Pico do Facho und demPico do Castello in südöstlicher Richtung gegen die Küste von Porto dosFrades, also auf der rechten Seite von Tafel IV Fig. 2 zwischen dem dunk-ler angelegten Durchschnitt des Vordergrundes (mit dem Pico do Castello,dem Pico do Matjarico und dem Pico de Baixo) und dem dahinter ange-deuteten Umriss (mit dem Pico do Facho und Pico do Concelho). Dasandere Thal, die Serra de Dentro, ist etwas breiter aber auch kürzer; beidestellen muldenförmige Einsenkungen dar, die ursprünglich zugleich mit denBergformen durch die Art der Ablagerung und Anhäufung der vulkanischenMassen entstanden und später in Folge der Einwirkungen des Dunstkreiseserweitert wurden. Die von zahlreichen Wasserrissen durchfurchten Seiten-wände steigen gegenwärtig nur unter Winkeln von 20 bis 40 Graden an.Ausser diesen Thalbildungen erscheinen die Berggehänge im nordöstlichenund südwestlichen Drittel der Insel gerippt durch kleine Bergschneiden mitmeist zugeschärften Kämmen, die zwischen den Wasserrunsen emporragen.Eigentliche Barrancos oder enge Schluchten mit jähen oder annähernd senk-rechten Uferklippen fehlen hier gänzlich. Die-Bachbetten füllen sich nurnach den Regen, sonst sind sie selbst im Winter bis auf einige hier und dazurückbleibende Lachen wasserleer. Die Insel ist daher trocken und dürr.Die Waldung vertreten nur einige niedere Janiperus-Sträucher und selbstdiese haben keine grosse Verbreitung erlangt. Bäume kommen bei demfehlenden Schutz vor Wind und bei der Trockenheit nur in kleinen Exemp-laren hier und da bei den Wohnungen, wo sie gepflegt werden, vor. DasGedeihen der Saaten hängt von dem Regen des Winters und von den Feuch-tigkeitsniederschlägen, die noch im Frühjahr stattfinden, ab. Auch an Quel-len ist die Insel nicht reich. Die ergiebigsten sickern durch die Kalksand-und Dünenbildung, die sich in der Mitte der Insel von der nordwestlichenzur südöstlichen Küste erstreckt. An jener ist es die Fonte da Areia, diean der jähen Klippe über einer undurchlassenden Kalkthonschicht hervor-bricht, an dieser ist es eine andere künstlich gefasste Quelle, welche dieVilla mit Wasser versieht, das, wahrscheinlich wegen der in dem Kalksandenthaltenen thierischen organischen Substanz, dem Fremden, bevor er darangewöhnt ist, nicht besonders gesund erscheint.