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BERICHT ÜBER DIE BESTEIGUNG ErNIGEl! PTJNOTE.

Vincentpyramide. 4224 M. 13003 F.

Dieser Gipfel, welcher sich ganz nahe an der Hütte befand, die wir vom 2. bis15. September 1851 bewohnten, war für uns ein sehr günstig gelegener Punkt, umdie Karte des Monte - Kosa zu vervollständigen lind die Höhe seiner Gipfel von Süd-westen aus zu bestimmen; wegen ihrer geringen Entfernung bot uns die Vincent-pyramide auch den Vortheil, dass wir mehrere Stunden auf ihrem Gipfel zubringenkonnten. 1

Wir verliessen die Hütte um 6 Uhr Morgens, gingen über die Firnmeere desIndren- und des Garstelet-Gletschers und kamen von hier über einen sehr sanftgewölbten Kücken in das Firnmeer des Lys-Gletschers. Diese verschiedenen Beckensind hier unter sich nur sehr wenig getrennt; man erkennt gewöhnlich die Tren-nungslinie mehr an der Dichtung und Vertheilung der Spalten, als an zusammen-hängenden Kämmen.

Am westlichen Fusse der Pyramide befindet sich eine sehr hübsche Mulde, derenBoden 400 M. unter dem Gipfel liegt. Sie ist von einigen Felsenrücken eingeschlos-sen, die, ziemlich schneefrei, aus dem allgemeinen Niveau des Firns hervorragen.Auf einem solchen Felsen fanden wir bei 3824 M. 11770 P. F. noch einige verküm-merte kleine Käsen von Cherleria sedoides L.; es dürfte dies wohl der höchste Standvon phanerogamen Pflanzen in den Alpen sein.

Man steigt rechts von dieser Mulde empor, um auf den entgegengesetzten Ab-hang des Gipfels zu gelangen, nämlich auf jenen, der nach N. N. W. gerichtet ist, undkömmt so auf einen kleinen Sattel, der sich bei 4097 M. 12613 P. F. zwischen derVincentpyramide und dem Schwarzhorn befindet.

Die gleichförmige Schneedecke von hier bis zum Gipfel hat eine mittlere Nei-gung von 32 bis 34 Graden; in den oberen Theilen steigt sie von 35 bis 37°. Ob-gleich der Schnee hart war, konnten wir doch ohne Fusseisen und ohne Stufen zumachen über denselben hinangehen.

Ehe man den höchsten Punct erreicht, folgt man einem kleinen Schneekamme,der nach Osten gerichtet ist; er steigt in dieser Richtung nur sehr wenig an, hataber an beiden Seiten sehr starke Neigung.

Der Gipfel selbst bietet nur eine sehr kleine Oberfläche, die kaum mehr als 4 bis5 Quadrat-Meter beträgt und etwas gegen Südwesten geneigt ist. Wir erreichtenihn um 11 Uhr Morgens. Das Wetter war sehr klar, allein ein sehr heftiger Nord-wind liess uns hier weit mehr Kälte fühlen, als früher auf der Höchsten Spitze.

Die Aussicht von der Vincentpyramide umfasst im Allgemeinen alle Gegen-stände, wie jene von der Höchsten Spitze. Für uns war sie besonders dadurch von

1) A. S. benützte diese günstige Gelegenheit, um noch in dieser Höhe den Kohlensäure-Gehalt devAtmosphäre zu bestimmen.