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Al.UiEM. BEMERK. V. 1). liEOLOliLSCHEN VERHÄLTNISSE DER AI.PF.N.
granitischen Massen. Mau trift’t diese Gesteine, sobald man die Alpen in irgend einemTheile, ihrer ganzen Breite nach, überschreitet.
An diese Mittelzone schliessen sich sowohl im Norden und Westen als auch imSüden die beiden Nebenzonen an, welche grösstentheils von neptunisclien Gestei-nen, von Kalksteinen, Sandsteinen und Schiefern gebildet werden. Sie senken sichgegen die Ebenen hernieder, welche rings an dem Fusse des Gebirges sich ausbreiteu.
Im Norden und im Westen begleiten diese Kalk- und Sandsteimnassen den Alpen-zug ununterbrochen von Wien bis nach Marseille ; sie bilden, aus einiger Entfernunggesehen, den regelmässigen Vorwall, über welchen sich die im Schneelichte weithinglänzenden Felsenhörner der Centralalpen erheben.
Sehr verschieden gestalten sich diese Verhältnisse auf jener Seite des Gebirges,welche Italien zugekehrt ist. Die Zone der Kalksteine und Dolomite zieht hier vonOsten her, aus den illyrischen und venetianischen Alpen, mit stets abnehmender Breiteund Mächtigkeit bis an den Lago Maggiore und bis an das Sesiathal, wo sie gänz-lich aufhört, so dass die Schiefer der Mittelzone bis an den Rand des Gebirges reichen.
Begibt man sich z. B. weiter westlich über den alten Pass des Mont-Cenis ausFrankreich nach Piemont , so tritt man aus dem Gebiete des Gneiss und der crystal-linischen Gesteine unmittelbar in die weite lombardische Ebene hinaus. Erst südlichvom Monte Viso zeigen sich wieder Kalk- und Dolomitberge an der äusseren Um-wallung des Gebirges.
Mit den geologischen Verhältnissen im allgemeinen stehen auch die hydrogra-phischen in ‘vielfacher Beziehung. Durch die Ausdehnung und Vertheilung der ein-zelnen Alpengruppen wird die Richtung der Tlniler und der Lauf der grossen Alpen-flüsse bedingt, welche nach allen Seiten diesem Gebirgssysteme entströmen.
Die Wassermasse eines Flusses hängt bekanntlich ab: von der Grösse seinesAreales, das heisst von der Ausdehnung der Ländermasse, deren Wasser sich in sei-nem Bette vereinigt, von der Menge der atmosphärischen Niederschläge und vonihrem Verhältnisse zur Verdunstung. Die Regenmenge ist in Gebirgen stets verhält-nissmäsig gross, da hier die Mischung der Luftmassen von verschiedener Temperaturund Feuchtigkeit weit häufiger und inniger ist als in der freien Atmosphäre in Folgedes Widerstandes, welchen die Kämme der geradlinigen Bewegung der Luft entge-genstellen. 1 In den Alpen ist die Menge von Regen und Schnee, welche jährlich nie-derfällt, sehr bedeutend. Denkt man sich die Gesammtsumme derselben in der Formvon Wasser aufgehäuft, so würde am Ende des Jahres, nach zahlreichen Beobach-tungen an verschiedenen Stationen, im Mittel für das Alpengebiet der Boden miteiner Wasserschicht von 40 Paris . Zoll Höhe bedeckt sein. In den benachbarten