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HYDROGRAPHIE. HÖHERVERHÄHNISSE.

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Ebenen ist die Regenmenge weit geringer, und nur in einigen anderen gebirgigenGegenden Europas erhält man ähnliche Zahlen, z. B. in dem Berglande der briti-schen Inseln, wo die jährliche Regenmenge 38,83 P. Zoll erreicht; während derselbehingegen in Nord- und Miteideutschland nur 19,92" beträgt. Ausser den Schnee-und Regenl'ällen ist besonders in den höheren Theilen des Gebirges die Bethauungsehr stark und häufig. Als Resultat dieser Verhältnisse trifft man in den Alpen eineungemeine Anzahl schöner Quellen, welche zahlreiche kleine Wildbäche bilden, dieüber die Abhänge herab sich in die Flüsse der Thäler ergiessen. Eine für diehydrographischen Verhältnisse der Alpen sehr wichtige Eigenthümlichkeit ist diegrosse Anzahl ausgedehnter Seen, welche sich in denselben befinden; dieselben tragenzugleich sehr wesentlich zu dem malerischen Character dieses Gebirges bei. Es istbemerkenswerth, dass dieselben vorzüglich auf den Rand der Alpen beschränkt sind,wo sie Tiefen von 700 bis 1200 Fuss erreichen, während sie im Innern der grossenGruppen fehlen, da in diesen die Erhebung am regelmässigsten und am zusammen-hängendsten ist.

Die Kenntniss der Höhenverhältnisse * 1 von so mannigfachen Bergreihen mussteschon sehr frühe die Aufmerksamkeit der Geographen auf sich ziehen; aber es istnoch kein Jahrhundert verflossen, seit hierüber eine grössere Anzahl von Beobach-tungen mit wissenschaftlicher Schärfe angestellt wurden.

Die Umgebungen des Mont-Blanc und des Monte-Rosa sind jene Punkte, inwelchen die bedeutendste Erhebung stattgefunden hat; von hier weiter östlich gegenTyrol und Kärnthen, ebenso wie nach Süden in den Cottischen Alpen und in denMeer-Alpen nimmt das Gebirge im allgemeinen an Höhe ab. Der Gipfel des Mont-Blanc erreicht eine Höhe von 4810 M. 14809 Pariser huss, während der Monte-Rosa sowohl im Mittel der trigonometrischen Bestimmungen, als auch nach den barome-trischen Beobachtungen, welche ich selbst in Gemeinschaft mit meinem Bruder aufdem Gipfel ausführen konnte, sich 4640 M. 14284 F. über das mittelländische Meererhebt.

Ich möchte hier speciell darauf aufmerksam machen, dass die Gipfel der Alpennicht isolirte Kegel bilden, wie z. B. der Vesuv oder der Aetna , sondern dass sievielmehr nur Theile der höchsten Kämme sind, über welche sie mehr oder wenigerhervorragen.

Zwischen diesen Kämmen sind zahlreiche Thäler verzweigt, welche hier, wie injedem Gebirge, theils Längenthäler, theils Querthäler sind. Mit dem NamenLängenthäler bezeichnet man jene tiefen weiten Einschnitte, welche die grossen Alpen-gruppen umgeben und parallel zur allgemeinen Richtung derselben verlaufen. Als

theilen gleich; man erhält für die Nordseite der Alpen 33,02”, für den Westabhang 44,25” und für denSüdabhang 54,25". Vergl. Seite 413 der Untersuchungen über d. phys. Geographie der Alpen u. s. w. 1850.

1) Eine Uebersicht der grössten Höhen in den Alpen bietet die Darstellung der' Verbreitung derGletscher auf Taf. XVIII.