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CAP. II.

BEOBACHTUNGEN ÜBER DIE NEIGUNGSVERHÄLTNISSE DERTHÄLER, DER BERGABHÄNGE UND DER GIPFEL.

INHALT.

Beschreibung der Apparate und Methode der Beobachtung. Längenprofil der Thäler. Querprofüder Thäler. Vorberge am Rande der Alpen . Gipfel der Hochalpen. Neigung von Felsenwäuden undvon Schutthalden. Vergleich einiger Beobachtungen aus der Auvergne.

Das Relief und der allgemeine Charakter eines Gebirges werden wesentlich be-dingt durch das mehr oder minder rasche Ansteigen der Thalsohlen, durch die Nei-©

gung der Berge, welche sich zu beiden Seiten der Thäler erheben, und durch dieGestalt der Kämme und Gipfel. Ich habe mich bemüht eine Reihe von Beobach-tungen über diese Neigungsverhältnisse zu sammeln, welche ich hier als einen klei-nen Beitrag zur näheren Kenntniss der äusseren Formen des Alpengebirges vorlege.

Wenige Worte werden zur E rläuterung der Apparate genügen, deren ichmich bediente, um die wünsclienswerthe Genauigkeit und Sicherheit bei den Neigungs-messungen zu erlangen.

Fig. 5 Taf. V stellt einen Transporteur dar, in dessen Mittelpunkt, in a, aneinem kleinen Knopfe ein dünner, schwarzer Faden befestigt ist. Auf der Rück-seite ist in b ein Pendel aufgehängt; durch das Einspielen des Metallfadens c aufdem Einschnitte d wird die vertikale Stellung des Radius ab bestimmt. Um dieNeigung eines Bergabhanges zu messen, welcher sich dem Beobachter in seinerProfilansicht zeigt, wird das Instrument in passender Entfernung vom Auge mitbeiden Händen emporgehalten 1 und auf die angegebene Weise vertikal gestellt; manbringt nun den Faden a e in eine deckende Lage mit dieser Profillinie und liestihren Neigungswinkel auf der Theilung fg ab. Es ist nöthig darauf zu achten, obman nicht während dieses Verfahrens das Instrument aus seiner vertikalen Stellungverrückt habe; auch muss man sich an einen vor Winden geschützten Platz bege-ben, um einen ruhigen Stand des Pendels zu haben. Ich überzeugte mich durch

I) Es ist dabei sehr vortheilhaft die Arme auf einen festen Gegenstand zu stutzen, um mehr Küheund Sicherheit bei der Ablesung zu erhalten.