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BEOBACHTUNGEN ÜBER DIE NEIGUNGSVERIIÄI.TNISSE.
vergleichende Beobachtungen mit anderen Instrumenten, dass man, bei einiger Uebungund bei Wiederholung der Ablesungen, nach dieser Methode Angaben erhalten kann,die bis auf 1 Grad zuverlässig sind.
Will man das Instrument auch als Anlege-Klinometer zur Bestimmung desSchichtenfallens u. s. w. benützen, so setzt man die Seite hl auf die zu messende Flächeauf, befestigt das Pendel an dem kleinen Knopfe in a, und liest die Neigung aufder Theilung hi ab.
Ein zweiter Apparat war dazu bestimmt die Neigung der freien Gipfel zu mes-sen, deren Contouren ohne die Anwendung eines Fernrohres nicht mehr deutlich undscharf genug sichtbar werden. Ich liess daher mit einem guten FRAUENHOFER’schenFernrohre die folgende Vorrichtung verbinden.
Es sei in dem hintersten Auszuge des Fernrohres, welcher leicht um seine Axegedreht werden kann, an der Stelle des Fadenkreuzes ein einfacher Faden als Durch-messer angebracht, während sich an der Aussenseite des Auszuges ein Index befin-det, welcher allen Bewegungen der Röhre und des Fadens in ihrem Inneren folgt.An dem zweiten Auszuge, welcher mittelst einer Baumschraube auf einer festen Un-terlage aufsitzt, ist ein in ganze Grade getheilter Positionskreis unbeweglich befestigt.
Es wird nun der Faden, der den Durchmesser bildet, vertikal gestellt, und derIndex soll zu gleicher Zeit auf einen bestimmten Grad der Theilung, z. B. auf 90°zeigen. Dreht man jetzt den Faden, bis er mit der einen Abdachung eines Gipfelsmöglichst genau zusammenfällt, so gibt der Index am Positionskreise die Zahl derGrade an, um welche die Röhre gedreht werden musste, das heisst man erhält dieNeigung des Abhanges.
Statt des einen Fadens sind auf einem Planglase mehrere parallele Striche einerMicrometertheilung angebracht; da der Winkelwerth der einzelnen Zwischenräumedurch die Vergleichung mit einem Theodoliten bestimmt ist, so kann dieses Micro-meter zugleich bei anderen Arbeiten als Distanzmesser gebraucht werden.
Die vertikale Stellung der Striche wird durch ihr Zusammenfallen mit dem Fadeneines langen Pendels bestimmt, welches in einiger Entfernung an einem Ilause oderan einem Baume aufgehängt ist. Man kann jedoch, wenn die Aufstellung eines sol-chen Pendels nicht wohl möglich sein sollte, die Striche auch nach dem Augen-masse vertikal stellen, wobei durch mehrmals wiederholte Schätzung eine hinreichendeSicherheit erhalten wird; es ist sehr vortheilhaft nach einem anderen Beobachter dasEinstellen vornehmen zu lassen.
Bessel hat, wie ich später erfuhr, eine ziemlich ähnliche Vorrichtung benützt,um bei Sternbedeckungen genau den Punkt des Mondrandes zu bestimmen, an wel-chem der Austritt eines Sternes erfolgen wird. 1
kig. 6 Taf. V ist ein nach der Angabe des Herrn Hauptmann Sineck in Berlin
1) Schumacher’s Astron. Nachrichten. Band XVI. 1839. S. 1G1.