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BEOBACHTUNGEN EHER DIE NEIGUNGSVERHÄLTNISSE.
1500' bis 2500’ P. F. von Moutiers bis Bonrg St. Manrice ... 0° 47'
2500' bis 5000' von St. Maurice bis Les Tignes.2° 37'
5000’ bis 8600' von Les Tignes bis zum Col du Mont-Iseran . . 6° 30’
Es wird in diesen Thälern wie überhaupt in allen Thälern derAlpen die mittlere Neigung um so grösser, je mehr man sich demoberen Ende derselben nähert. Diese Zunahme der Neigung zeigt sich amraschesten und am bedeutendsten in den höheren Theilen der Tliäler.
Der stärkere Fall, welcher im allgemeinen den gegen Süden gerichteten Ab-dachungen der Alpenketten im Gegensätze zu jenen auf der nördlichen Seite eigenist, macht sich sehr deutlich bei der Vergleichung des Val Tournanche- und desLysthales mit dem Vispachthale, und des Haller- mit dem Isarthale bemerkbar.
Die kleineren secundären Querthäler unterscheiden sich gewöhnlich durchein weit rascheres Gefälle von den grösseren und regelmässigen Querthälern, welchevorzugsweise in der obigen Tabelle berücksichtigt sind. Man erhält bei secundärenQuerthälern nicht selten 8 bis 10° als mittlere Neigungen für die ganze Längenent-wickelung derselben (von etwa 1 — 2 Meilen).
In den Längenthälern ist die Neigung der Thalsohlen weit geringer als in denQuerthälern; in den unteren Stufen ihrer Entwickelung beträgt dieselbe häufig nur1°15' bis 0°45', sie wird jedoch ebenfalls in den höheren Theilen stärker. In demAostathale zum Beispiel ist die Neigung des sehr regelmässigen, weiten Thaies zwi-schen Chatilion und Aosta (1600 bis 1900 F.) 0°13', zwischen Aosta , Derby undMorgex circa 1°45', und erst weiter aufwärts gegen Courmayeur und von hier indem Thale der Allee-Blanche bis zum Col de la Seigne (7786’, 2529 m ) treten mitt-lere Neigungen zwischen 3° und 6° ein.
In Beziehung auf die allgemeinen Verhältnisse der Thalbildung erlaube ich mirauf eine frühere Abhandlung 1 zu verweisen. Ich habe in derselben versucht dieFormen der Thäler und der Gebirgszüge, welche sich sowohl in den östlichen als inden westlichen Alpen in ganz gleicher Weise zeigen, und die Ursachen ihrer Ent-stehung etwas näher zu betrachten.
Die Beobachtungen über die Neigungsverhältnisse der Thalgehänge, der Bergeund der Gipfel u. s. w. sind in den Tabellen am Schlüsse dieser Abhandlung zusammen-gestellt. Ich werde versuchen hier einige der allgemeineren Resultate hervorzuhebenwelche mir aus denselben hervorzugehen scheinen.
1) Untersuchungen u. s. w. Cap. IX und Poggendorff Annalen der Physik Band LXXXI. 1850.