SCHUTTHALDEN. AUVERGNE.
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sorgfältige und zahlreiche Messungen über die Neigung der Schutthalden und Schutt-kegel zusammengestellt.
Es sei mir erlaubt hier ein Beispiel für den Nutzen anzuführen, welchen ähn-liche Angaben bei der Beurtheilung mancher geologischen Erscheinungen haben kön-nen. Kleine Alpenbäche bewirken, zur Zeit des Hochwassers anschwellend, starkeErosionen in den Schutt- und Geröllmassen, welche in grosser Mächtigkeit in denSchluchten und Seitenthälern des Gebirges aufgehäuft sind. Diese Erosionen, welchezuweilen Tiefen von 50—100' erreichen, nehmen stets in den oberen Theilen ihresQuerprofiles bedeutend an Weite zu, während sie in der Tiefe so schmal werden,dass gewöhnlich der kleine Bach allein die ganze Breite der Thalsohle ausfüllt. Mankönnte geneigt sein, diese Form der Erosionsschluchten für die Folge früherer grösse-rer Wassermassen zu halten, welche die Breite der oberen Theile bedingt hätten;man bemerkt jedoch bald bei näherer Beobachtung, dass die beiden Seiten eine sehrgleichmässige und bestimmte Böschung besitzen (30 — 35°), und dass dieselbe genauder Neigung entspricht, unter welcher sich überhaupt ähnliche Schuttmassen, ohneabzugleiten, erhalten können. 1 Die Breite der Furche an ihrem oberen Rande stehtalso in genauem Verhältnisse zur Tiefe der Erosion. Es müssen bei vermehrter Tiefenothwendig Abrutschungen an den beiden Seiten stattfinden, um das Gleichgewichtin der Lage der Geröllmassen wieder herzustellen; und es wird dadurch die Entfer-nung zwischen den oberen Rändern des kleinen Thaies immer mehr vergrössert. 2Nach heftigen Regengüssen, wenn die angeschwollenen Bäche ihr Bette wieder tieferin die Schuttmassen eingegraben haben, kann man sehr leicht unmittelbar Zeugedieser Vorgänge sein.
Die wenigen Beobachtungen aus der Auvergne, welche ich am Schlüsse derTabellen noch beifügte, lassen erkennen, dass die regelmässige Neigung der Eruptions-kegel und der trachitischen Dome in ihren oberen Theilen 30°, weniger liäufio- 35 ubeträgt, ebenso wie es nach Eue de Beaumont auch am Vesuv, am Aetna u. s. w.der Fall ist, Es zeigen demnach in den vulkanischen Gebirgen selbst die höchsten Theile,die freien Gipfel erst jene Neigung, welche in den Alpen den Thalgehängen eigen ist.
Die Formen der Vulkane haben unter sich grosse Aehnlichkeit. Auch die Ab-dachungen sind gewöhnlich sehr regelmässig und gleichförmig; sie unterscheiden sichin dieser Beziehung sehr wesentlich von den viel mannigfaltigeren und weit öfterunterbrochenen Formen der Abhänge in den Alpen.
1) Nur die Schuttkegel auf Gletschern zeigen bisweilen weit stärkere Neigungen, selbst bis 60°;doch treten diese steilen Neigungen nur dann ein, wenn die Lage der Gesteinfragmente auf den Wän-den des Eiskegels nicht sehr mächtig ist. In diesem Falle ruhen nämlich die einzelnen Stücke auf Vor-sprüngen von Eis, die sich bei dünner Bedeckung sehr bald in Folge des ungleichen Schmelzens bilden.
2) Durch die Wirkung des Regens u. s. w. entstehen abermals kleine Erosionen an den Seitender Schluchten; die Neigung derselben wird daher besonders in den oberen Theilen nicht selten nochetwas geringer, als es die im Texte angeführte allgemeine Ursache bedingen würde.
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