Band 
[Textband.]
Seite
160
JPEG-Download
 

160

OROURAl’IIISCHE UND GEOLOGISCHE STRUCTUH DES MONTE-ROSA.

icli habe diesen kleinen Kalkstreifen, welchen inan, über die Alpen von Pedrioloansteigend, leicht auffinden kann, auf dem Profile angedeutet.

Das N. W. oder W. N. W.-Fallen bleibt auch vorherrschend in den Umgebungenvon Macuguaga und am Monte-Moro. Auf dem hohen Kamme, welcher vom Pizzo-Bianco und der Cima delle Loccie nach Südosten zieht, glaubte ich deutlich einigeStellen zu erkennen, an welchen die Schichten noch mehr als am Pizzo-Biancoselbst horizontal liegen, worauf sehr bald das entgegengesetzte Süd- und Südwest-fallen folgt. Das letzte ist in der Nähe des Turlo-Passes überall herrschend; mantrifit es im Ansteigen ans dem Quarazzathale schon am Fusse der steilen Wändeunter den Scarpealpen (5072'). Die Schichten des feinkörnigen, zuweilen ziemlichglimmerreichen und glimmerschieferartigen Gneisses fallen mit 40 bis 44° nach S.30° W.

Dieser Gneiss ist überlagert von einer mächtigen Folge von Grauen und Grü-nen Schiefern mit ihren mannigfachen Gesteinarten, welche alle, unter etwas stär-keren Winkeln von 45 bis G5°, das gleiche Südfallen und Südwestfallen zeigen.Ob dasselbe an einzelnen Punkten theihveise nach Südosten abwich, vermochte ichnicht zu entscheiden. Diese Fallrichtung macht sich, bei der deutlichen Schichtung,schon sehr schön bemerkbar, wenn man von einem gegenüberstehenden höherenPunkte, z. B. von der Vincenthütte aus, die Gipfel der Cima di Rima, des CornoMoud, oder die hübsche Pyramide des Taglia-Ferro betrachtet.

Weiter nach abwärts, ausserhalb Riva, werden die Schiefer von Granit begrenzt,welcher mit anderen verwandten Gesteinarten in den unteren Tlieilen des Sesiathaleseine grosse Ausdehnung erreicht, und nicht mehr zur Gruppe des Monte-Rosa gehört.

3. Profil von Zermatt auf den Gipfel des Monte-Rosa .

Der Längen- und der Höhenmassstab sind beide = 1:50000. Die mittlere Richtung des Durchschnittesist von Nordwesten nach Südosten; derselbe geht von Z'fermatt zum Riffelhorn, von hier mehr in östli-cher Richtung zum Hochthäligrat, und biegt dort wieder nach Siidosten um.

Die Schiefer oberhalb Winkelmatten in der Nähe der Alpenhütten „Im Moos“fallen mit 45— 52° nach N. 58° W., und dieses Fallen hält auch weiter nach auf-wärts an; später wird die Schichtung durch die Vegetation und durch die Verwitte-rung der Beobachtung entzogen, bis man auf der linken Seite des kleinen Thaies,in welchem sich die Alpenhütten von Augstkumm befinden, die Schichtenköpfe vonSchiefern trifft, welche nach S. W. fallen. Ich fand bei 180 — 210Iuss über denAlpenliüttcn eine Neigung von 50 — 58° nach S. 42 — 55 W. Dieses Südwestfallen,wie mir schien, zuweilen etwas weniger steil, setzt sich auch auf dem breiten Rückendes Riffelberges bis zu den stockförmigen Serpentinmassen des Riffelhornes fort. So-bald man später über die steile Abdachung hinabsteigt, welche der Riffelberg undder Hochthäligrat überall dem Gornergletscher zukehren, so bemerkt man in den