1IEBUNGSVERIIÄI.TNISSE.
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W. N. W. und W.-Fallen herrscht auch auf der südlichen Abdachung desPasses und zu beiden Seiten des Val-Tournanchc. Am Mont-Cervin hingegen fal-len die Gneiss- und Glimmerschieferschiehten, in den oberen Theilen von grünemSchiefer und Serpentin überlagert, ganz abweichend von den Schichten des Jochesselbst im Mittel mit 45° nach S. W., wie auch Saussure 1 und Studer 2 beobachtethaben. Ich werde später Gelegenheit haben auf diese Schichtenstellungen zurück-zukommen.
2. Profil über das Weissthor, den Pizzo-Bianco und den Turlo.
Der Längenmassstab ist 1:100000; der Höhenmassstab 1:70000. Der Durchschnitt gellt von Nord-westen nach Südosten. Um die wichtigsten Punkte in das Profil aufnehmen zu können, musste sichdasselbe zuweilen von der geraden Linie etwas .entfernen; es wurden ähnliche Abweichungen dann auchbei den Längendimensionen berücksichtigt. Auf der nordwestlichen Seite, im Wallis , folgt der Durch-schnitt dem Wege, welchen man beim Uebergange über das Weissthor macht; die Berge auf der rech-ten Seite des Findelengletschers sind nach einer an Ort und Stelle entworfenen Zeichnung eingetragen.
Die Schiefer im Ansteigen gegen Findelen fallen mit 50 — G0° (52 — 55° schie-nen am häufigsten zu sein) nach N. 50 — 55. W.; gleiches Fallen herrscht auch aufdem gegenüberstehenden, linken Ufer des Findelenbaches. Es folgen hierauf grosseMassen von Serpentin oder von schieferigem Serpentin, sehr unregelmässig mit kry-stallinischen Strahlstein- und Hornblende-Schiefern oder auch mit den gewöhnlichenGrauen Schiefern verwachsen. Selbst ziemlich weit aufwärts unterscheidet mannoch einzelne Schieferstreifen zwischen den Serpentinmassen. Die Schichtung ist,wie zu erwarten, oft lange Zeit gänzlich verschwunden; jedoch erkennt man anmehreren Stellen, wo dieselbe deutlicher auftritt, z. B. oberhalb der Alpenhütten Inder Ecke, am Kympfischgrat u. s. w. stets Nordwestfallen.
Auf der Passhöhe des Weissthores fallen die sehr schön geschichteten Glimmer-schiefer mit 20—25° nach N. 03, bis 68 W.; (sie schwanken zwischen N. 58 W. bisN. 70 W.). Ungefähr 400 Fuss tiefer beobachtete ich Fallwinkel von 20 bis 30und 33°, während der später folgende Gneiss mit 32 bis 35° nach N. 57 — 02 AV. fällt.
Am Pizzo-Bianco, welcher sich auf der östlichen Seite des schönen Circus vonMacuo-nao-a erhebt, fallen die Gneissschichten ebenfalls nach N. AV. und. AV. N. AV.;sie fallen also unter die Masse des Monte - Rosa ein. Es zeigen sich in den unterenTheilen der Abhänge Neigungen von 30 bis 32°. Die Lage der Schichten in derNähe des Gipfels untersuchte ich von verschiedenen Punkten aus mit dem Fern-rohre; ich überzeugte mich, dass dieselben nur mit geringen AVinkeln, wie auchSaussure angibt, von etwa 10 bis 10° nach N. AV. fallen. An den Abhängen desPizzo-Bianco hat bereits Saussure (§ 2143) eine Einlagerung von körnigem Kalke,an den Bruchflächen etwas Glimmer enthaltend, zwischen dem Gneisse beobachtet;
1) Voyages T. IV. § 2243.
2) S. 215.