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[(J2 OROGRAPIIISC1IE T’ND GEOLOGISCHE STRUCTCR BES MOXTE-ROSA.

Der feinkörnige Gneiss des Corno Camozzo fallt nach S. S. W. mit einer Neigungvon 15 — 20°. Die gleiche Fällrichtung bemerkt man, wenn man über die östlicheAbdachung des Colle delle Piscie zu den Minen von Bonrs hinabsteigt; die Neigungscheint hier etwas stärker zu sein, sie schwankt zwischen 18 — 23°.

In den Umgebungen der Vincenthftttc und etwas nördlich davon nähern sichdie Schichten mehr der horizontalen Lage. Die Schichtung ist zwar durch dieVerwitterung und durch die so verbreitete schalige Absonderung des Gneisseshäufig undeutlich gemacht, jedoch lässt sich dieselbe mit grosser Bestimmtheitan den natürlichen Entblössungen erkennen, welche die steilen Felsenwände dar-bieten. Die Gneissschichten, in einer Dicke von i bis 14 Fuss, fallen im Mittelmit 10° nach S. 45° W. Man beobachtet jedoch auch 8— 13 3 und w r ie es scheintselbst 15° nach S. 42 W. bis S. 55 W.

Die sehr kleinen, auf dem Profile hier angegebenen Serpentinstreifen bestehentlieils aus einem hellgrünen, schaligen Serpentin, theils aus dicht verwachsenen Strahl-stein- und Ilornblendegesteinen, welche wegen ihrer innigen Beziehungen zum Ser-pentin mit demselben vereinigt werden mussten. Diese Gesteine, mit sehr wechseln-der Mächtigkeit und, wie es scheint, mit unregelmässiger Ausdehnung, befinden sichentweder unmittelbar zwischen dem Gneisse oder sie werden von demselben durchweisse Quarzbänder geschieden. Es zeigen sich ähnliche kleine Einlagerungen vonSerpentin und verwandten Gesteinen auch noch an einigen anderen Punkten längsder südlichen Grenze des Gneisses, z. B. am Ilochlicht, auf der Nase, auf Feliku. s. w.; es war mir nicht möglich dieselben auf der Kjarte speciell anzugeben.

In dem Kamme, welcher vom Stollenberg weiter nördlich bis gegen die Vin-centpyramide reicht, schliessen sich Schichten an, welche von der horizontalen Lagenur sehr wenig abweichen; wo sich eine schwache Neigung erkennen lässt, ist die-selbe. nach S. W. gerichtet.

Auf dem Gipfel der Vincentpyramide selbst ist das Gestein mit einer dickenLage von Schnee bedeckt; man kann jedoch an den Felsen, welche unterhalb desGipfels in den kleinen Mulden gegen den Lysgletscher zu Tage treten, ebenso wieam Schwarzhorne, Balmenhorne und an der Parrotspitze die Schichtung von ver-schiedenen Seiten aus beobachten. Die Schichten fallen im Mittel fast genau nachWesten mit einigen kleinen Abweichungen, welche bald gegen W. N. W. bald nachW. S. W. zu gehen scheinen. Die Neigung ist sehr gering, sie dürfte 12—18°nicht übersteigen. Zuweilen könnte man die Schichten für ganz horizontal halten,wenn man z. B. ihre Anschnitte an den gegen Osten gerichteten steilen Felsen-wänden betrachtet; jedoch an der Süd- o^er Nordabdachung der verschiedenenGipfel, wo man das richtige Profil der Schichten vor sich hat, überzeugt man sich

Karte nur ganz im allgemeinen angegeben werden konnte, was auch durch ein Fragezeichen an derbetreffenden Steile angedeutet ist. Das schlechte Wetter und der Nebel verhinderten mich die Grenzenbestimmter zu verfolgen.