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TEMPERATUR l)EU OBEREN BODENSCHICHTEN.
Versuche von der grossen Trägheit, welche das Instrument auf diese Weise erlangthatte. 1 Selbst wenn sein Stand in Folge künstlicher Erwärmung oder Erkältungsehr merklich von der Temperatur der Luft abwich, konnte es ganz aus dem Fut-terale herausgezogen und sorgfältig abgelesen werden, ohne die geringste Aenderungder Temperatur zu zeigen.
Für die Beobachtung der Bodentemperatur wurde ein Loch von der erforder-lichen Tiefe gegraben und das Instrument, in einem hölzernen Futterale eingeschlos-sen, in vertikaler Stellung in dasselbe gebracht. Die ausgegrabene Erde wurde soviel als möglich in der alten Ordnung wieder in das Loch eingefüllt und festgetreten.In gleiclnnässig gemischtem und etwas lockerem Boden konnten auch mit eisernenStangen oder festen Holzpfählen Löcher niedergestossen werden, deren Durchmesserin den unteren Theilen nur wenig jenen des Futterales übertraf. Zur leichteren Auf-findung des Platzes, an welchem sich das Instrument befand, war an dem Futteraleeine Schnur befestigt, die an ihrem oberen, freien Ende mit einem Stäbchen versehenwar. Die Ablesung geschah oft erst nach mehreren Tagen, aber keinenfalls früherals 18 bis 24 Stunden nach dem Eingraben. Es blieb bei der Beobachtung dergrösste Tlieil des Futterales im Boden stecken und das Thermometer selbst wurdenur so weit hervorgezogen, als nöthig war, um die Ablesung vornehmen zu können.
Die Beobachtungen in einer Tiefe von 40—-50 Centimetern wurden im allge-meinen mit dem unempfindlichen Thermometer, jene bei 0,75 bis 1 Meter (ausge-nommen am Huthaus No. 5) mit dem Geothermometer angestellt.
Das Geothermometer war ein Quecksilberthermometer, welches nach der Angabedes Herrn Prof. G. Magnus von A. Greiner in Berlin verfertigt wurde. An eineetwas grosse Kugel ist eine möglichst feine Glasröhre angeschmolzen, welche erstspäter, da wo die Theilung beginnt, in eine Röhre von etwas grösserem Durchmesserausmündet. Die Distanz von der Kugel bis zum Anfang der Theilung (bei — 20° C.)beträgt 88 Centimeter. Dieser ganze Theil des Thermometers (mit Ausnahme derKugel selbst) ist mit schlechtleiteuden Substanzen umhüllt, und wasserdicht in eincylindrisches hutteral von Eisenblech eingeschlossen, welches 7,2 Centimeter Umfanghat. In der Nähe der Kugel sind mehrere Ausschnitte in der blechernen Capselangebracht. 2
Herr Professor Magnus und Herr Prof. Dove benützten seit längerer Zeit ähn-liche Thermometer von verschiedener Länge zur Beobachtung der Bodentemperatur.
Die übrigen Thermometer waren in fünftel Grade getheilte Quecksilberthermo-meter von A. Greiner in München ; sie wurden ohne weitere Umhüllung in den Bo-
1) Die Vergleichung des Nullpunktes wurde erst nach vollendeter Umhüllung vorgenommen.
2) Kür den Transport wurde das Thermometer, welches im Ganzen eine Länge von 1,15 Metererreichte, in ein starkes ledernes Futteral, von cylindrischer Form, gepackt, so dass es wie ein Baro-meter getragen werden konnte.