Band 
[Textband.]
Seite
226
JPEG-Download
 

226

BEITRÄGE ZUR KENNTNISS RER

CAP. VII.

BEITRÄGE ZUR KENNTNISS DER VEGETATIONSVERHÄLT-NISSE OBERHALB DER SCHNEELINIE.

Die folgende Liste enthält eine Zusammenstellung der Arten von Plianerogamenund von Moosen und Flechten, welche wir im Jahre 1851 in den westlichenAlpen an einzelnen Punkten noch weit über der mittleren Schneegrenze auffanden.Diese Beobachtungen schliessen sich an die Bemerkungen an, welche ich in unserenfrüheren Untersuchungen (Cap. XXI S. 584 — 596) über die Vegetationsverhältnisseder subnivalen und nivalen Region, zwischen 7000 und 12000', für die östlichenAlpen mitgetheilt habe.

Die sorgfältige Bestimmung der gesammelten Pflanzen verdanke ich Herrn Prof.Alex. Braun in Berlin für die Moose und Flechten, und Herrn Prof. Karl Kochin Berlin für die Phanerogamen. Es sei mir gestattet diesen beiden Herren meinenverbindlichsten Dank hier auszudrücken.

Ich muss noch bemerken, dass die Aufzählung der Pflanzen für die Umgebun-gen der Vincenthütte ebenso wie für die übrigen einzelnen Standpunkte nicht aufabsolute Vollständigkeit Anspruch machen kann. In den Felsenritzen und an densteilen Wänden entgeht leicht eine Pflanze der Beobachtung; auch erlaubten unsunsere übrigen Beschäftigungen nur verhältnissmässig wenige Zeit auf das Sammelnder Pflanzen zu verwenden. Die Vergleichung der verschiedenen Standpunkte lässtjedoch mit ziemlicher Sicherheit die Summe der characteristischen Arten erkennen.

In den Umgebungen des Monte-Rosa reichen die Phanerogamen vorzugsweisezu sehr grossen Höhen hinauf; ihr Gedeihen wird durch die grosse absolute Erhe-bung dieser Gebirgsgruppe und durch die südliche Lage derselben begünstiget. Mantrifft hier noch ziemlich allgemein vereinzelte phanerogamische Pflanzen bei 11000Fuss, während im Maximum eine dieser Pflanzen (Cherleria sedoides) noch bei 11770P. F. gefunden wurde. In den Centralalpen von Tyrol und im Berner Oberlandetreten einzelne Phaneroo-amen noch zwischen 10000 und 10500 F. auf. In der nörd-

o

liehen Nebenzone der Alpen, in der Schweiz, in Südbayern und in Oesterreich , sinddie Berge meistens nicht hoch genug, um eine sichere Bestimmung der äussersten