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CAP. VIII.

BERICHT ÜBER DIE MIKROSKOPISCHEN ORGANISMEN AUF DENHÖCHSTEN GIPFELN DER EUROPÄISCHEN CENTRAL-ALPEN ,UND ÜBER DAS KLEINSTE LEBEN DER BAYERISCHEN KALK-ALPEN.

Von Professor Dr. Ehrenberg.

(Abgedruckt aus den Monatsberichten der Akademie der Wissenschaften zu Berlin ; Mai 1853.)

I. Das organische kleinste Leben über dem ewigen Schnee der höchsten

Central-Alpen.

Durch die Naturforschung war bisher das Resultat hervorgetreten, dass in denoberen Eisregionen der Alpen , wie in der obern freien Atmosphäre und im Eiseder Polarländer, alles organische Leben seine entschiedene Grenze habe. Die Grenzeder menschlichen Wohnungen, der Laubhölzer, der Nadelhölzer, dann der Gesträucheund aller pbanerogamisclien Pflanzen, der grossem und kleineren Thiere ist man-nigfach ermittelt und sorgsam festgestellt worden. Alexander v. IIumboldt’süberall wachsames Auge hat im äquatorialen Amerika zuerst den Condor noch über< ( ] em Chimborazo in 21835 P. Fuss Höhe messbar schweben gesehen und ebenda auchin 17100 Fuss Höhe, also 2300 Fuss höher als der Montblanc, noch Schmetterlingeund andere geflügelte Insecten im gewöhnlichen Sehen beobachtet. Mit kümmer-lichem und deutlich verkümmertem Flechten-Anfluge hat man auf den höchstenGipfeln der Alpenhörner die nackten Felsen, welche wegen schroffer Gestaltung

Bemerkung. Herr Professor Ehrbnbkrg hatte die Güte uns zu gestatten, seine sorgfältigen undfür die physikalische Geographie so interessanten Untersuchungen über die mikroskopischen Organismenin den Proben von Erden, Flechten und Moosen, welche wir auf verschiedenen hoch gelegenen Punktender Alpen zu sammeln Gelegenheit hatten, in unser Werk aufzunehmen. Es ist unsere angenehmstePllicht, ihm für seine gütige Erlaubniss unseren lebhaftesten Dank hier zu wiederholeu. Die in Ta-belle II zusammengestellten Untersuchungen wurden von Herrn Prof. Eiihenberg noch neuerdings hin-zugefügt.

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