BEMERKUNGEN ÜBER DIE WAHL DER BEOBACIITTJNGSSTUNDEN.
823
Meteorologie sich lieber zu Beobachtungen entschliessen möchten, wenn die Stundenmöglichst bequem gelegen sind, bewog mich folgende kleine Untersuchung über die Ab-leitung des Tagesmittels aus den Extremen und der Beobachtung um 9 h a.m.anzustellen.
Al. von Humboldt hat bekanntlich zuerst darauf aufmerksam gemacht, dassdas arithmetische Mittel der Extreme bereits einen ziemlich guten Anhaltspunkt fürdie Beurtheilung der mittleren Temperatur biete.
In den einzelnen Monaten jedoch sind an Orten im Niveau des Meeres oder ingeringen Höhen die arithmetischen Mittel der Extreme im allgemeinen etwas wärmerals das wahre Tagesmittel, besonders im Herbste. Die Sommermonate sind häufm.auf diese Weise berechnet, etwas zu kalt.
An hohen Punkten, z. B. am St. Bernhard, ist das Mittel der Extreme in allenMonaten wärmer als das wahre Mittel, und die Differenz ist in einzelnen Monatenoft sehr beträchtlich.
Hallström 1 und Kämtz 2 haben versucht aus den Angaben des Maximum undMinimum, mit Einführung eines für die einzelnen Monate veränderlichen Coefficien-ten; die mittleren Temperaturen durch folgende Formel zu berechnen:
T = m-j- v.(M—m), 3
wobei m das Minimum, M das Maximum und v den Coefficienten der verschiedenenMonate bezeichnet.
he des Coefficienten v in der Formel X — m-|-v(M —
Für Beobachtungen
Für Beobachtungender wahren Tempe-
Monate.
; zu den kältesten u.
, wärmsten Stunden.
raturextreme anThermometro-graphen.
J anuar.
0,388
0,507
Februar.
0,411
0,476
März.
0,468
0,475
April.
0,481
0,466
Mai.
0,512
0,459
Juni.
0,501
0,453
Juli.
0,488
0,462
August.
0,500
0,451
September.
0,482
0,433
October.
0,433
0,447
November.
0,381
0,496
December.
0,357
0,521
1) Hai.i.strokm : Ueber die Bestimmung der mittleren Wärme. Poggesborpf’s Aun. IV. S. 373—419.
2) Ivakmtz Lehrbuch der Meteorologie I. S. 97.
3) Diese Formel wurde erhalten, indem sie die Tageseurve in 4 Parabeln zerlegten und den Flä-
- 11 *