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NEUE BEOBACIITUNOSSTATIONEN. 1. KÄKNTIIEN.

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sentheils mit den Schutthalden des aus dem Berge geschafften tauben Gesteinesbedeckt ist. Der Thermometer befindet sich an einer freistehenden Säule vor demHause; obgleich so das Thermometer selbst vor directer Besonnung und vor reflec-tirtcn Wärmestrahlen seiner Umgebungen geschützt ist, so ist doch die Wärme derumgebenden Luft keineswegs mit der freien Atmosphäre zu identificiren, da dasnackte Gestein sich durch Besonnung sehr erwärmt und zugleich der Abhang demdirecten Einflüsse der Nordwinde nicht zugänglich ist.

Weit weniger aber können ähnliche Verhältnisse auf die Wärmebeobachtungenau Obir III von Einfluss sein. Obgleich auch an diesem Punkte die beobachteteWärme mit jener der freien Atmosphäre nicht vollkommen identisch sein kann, sowird sie doch gewiss nur wenig davon ab weichen, da Obir III bereits der Spitzedes Berges sehr nahe liegt, und oberhalb des Beobachtungspunktes nur sehr wenigMasse sich befindet.“

Von den Beobachtungen an einzelnen Tagen möchte ich noch einige Verhältnissehervorheben, bei welchen sich die Verbreitung extremer Witterungsverhältnisse inverticaler Richtung beurtheilen lässt.

Die plötzliche Aenderung der Temperatur Ende Januar 1850, wobei zugleichdie grösste bis jetzt in Klagenfurt beobachtete Kälte — 30,°4 C. vorkam 1 , war auchvon sehr bedeutenden Schwankungen des Barometers begleitet. In Klagenfurt be-trägt die Aenderung des Luftdruckes am Tage durchschnittlich 1,1’", in 24 Stunden2,3'” h Am 27. Januar 1850 um 7 Uhr Morgens stand das Barometer bei starkemSüdwinde auf 313,5'”. Während eines allmählig ziun Sturme anwachsenden Nord-windes stieg der Luftdruck bis 9 Uhr Abends um 9,P”; das Barometer stand Abends323,2'”; bis 7 Uhr Morgens des nächsten Tages war es bis 320,5'” gestiegen, alsoum 13’” = 29,3 ALM. in 24 Stunden. In Sagritz betrug die gleichzeitige Schwan-kung nur 8,1”’. Am 27. Januar erhob sich um 8 Uhr Morgens ein starker Sturm,der bis Sonnenuntergang wehte, und besonders im Möllthale eine sehr grosse Hef-tigkeit erreichte. Bekanntlich trat am 21. u. 22. Januar 1850 ungewöhnliche Kälteein, die zugleich über den grössten Theil des mittleren Europa verbreitet war 2 .Dieser Kälteperiode war überall ein Ueberwiegen östlicher Winde vorhergegangen,das bereits mehrere Wochen angehalten hatte. Anfangs war dabei die Windesrich-tung mehr N.O., später mehr S.O. In der Nacht, in welcher die höchste Kältebeobachtet wurde, erreichte das Barometer eine ungewöhnliche Höhe (das Maximumder Kälte an den Prenssischen Stationen fiel nach Posen. In Bromberg zeigte derThermometrograph — 36,6 0 C., in Posen wurde an einem gewöhnlichen Thermometerum 6 Uhr — 36,5°C. beobachtet.)

Auch die Vertheilung der Kälte nach der Höhe scheint zu dieser Zeit über sehr

1) Die früheren Beobachtungen ergeben als Temperatunmnimum — 30,0° 0. am ‘2. Febr. 1830.

2) Vergl. Dovk Bericht über die Preußischen Beobachtungen 1848 u. 1840. Berl. 1851. S. XIV.