350
YERTHEII.UNG HF.K MITTLEREN TEMPERATUR.
gebe ich im Folgenden die Monatsmittel für den Peissenberg ungeändert, jene fürMünchen sind unseren früheren Untersuchungen S. 327 entnommen. Der Unter-schied der nicht corrigirten Mittel ist jedoch jenem der corrigirten ohnehin nahe
gleich.
Die mittlere Temperatur des Peissenberges ist .... 4,68° R. = 5,85° C.(mit Berücksichtigung der Correction des Thermometers und der Reduc-tion wegen der Beobachtungsstunden.)
Reducirt auf die Breite von München ; ein Breitengrad = 0,55° C., Unter-
terschied der Breite 0° 21'. 5,67° C.
Die mittlere Temperatur von München (Sternwarte Bogenhausen) 5,85 °R. = 7,31° C.Der Höhenunterschied zwischen München und dem Peissenberge ist . 1420 P. F.dabei wurde angenommen:
Peissenberg: Höhe des Kirchenpflasters. 3005 P. F.
Höhe der Instrumente über demselben. 18 P. F.
3023 P. F.
München: Pflaster der Frauenkirche . 1569 P. F.
Sternwarte über der Frauenkirche . 34 P. F.
1603 P. F.
Es findet demnach eine Temperaturabnahme für 1° C. erst statt bei einem
Höhenunterschiede von. 900 P. F.
Für das Gebiet der Alpen kann man die mittlere Erhebung für 1°C. Tempe-
raturabnahme = 540 P. F. annehmen; eine Zahl. die nicht nur auf sehr verschieden-artigen Beobachtungsreihen beruht, sondern zugleich auf solchen, die unter sichverhältnissmässig nur wenig abweichen.
Die Tempersturabnahme zwischen München und dem Peissenberge ist also beiweitem langsamer als im Alpengebiete im Allgemeinen; die Temperatur des Peissen-berges ist um 1° C. wärmer als die normale Wärme eines Punktes von gleicherHöhe 1 .
Als die vorzüglichste Ursache dieser geringen Temperaturabnahme ist dieBodengestaltung zu nennen. Der Peissenberg ist einer von jenen isolirten Hügel-zügen, die sich nur mit sehr flachen Abhängen über die Hochebene erheben. Ver-bindet man nach verschiedenen Seiten hin den Gipfel mit dem Fusse des Berges,so werden diese Linien meist nur 5 bis 6° geneigt; nach Norden und Westen istdas Terrrain sogar noch weit flacher; gegen Peiting z. B. beträgt die Neigung nur2-j°. Nur der oberste Gipfel des Berges, ein kleiner Kegel von sehr geringer rela-tiver Höhe, hat steilere Neigungen.
Die Monatsmittel am Peissenberge und in München sind folgende:
1) Erst eine um nahe 2 Breitengrade südlichere Enge würde z. 15. den gleichen Unterschied her-Vorbringen.