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VERTIIEILUNG DER MITTLEREN TEMPERATUR.
durch Luftschichten ersetzt, die noch nicht in Berührung mit dem ausstrahlendenBoden erkältet waren, also etwas wärmer sind.
Ist der Höhenunterschied zwischen zwei Beobachtungsstationen gross, so wirdeine Temperaturabnahme mit der Höhe noch immer stattfinden, nur ist sie lang-samer. Die 1 0 C. entsprechende Höhendifferenz für die Alpen kann im Januar undDecember etwas über 700' angenommen werden.
Ist aber der Höhenunterschied nicht sehr gross, und der höhere Punkt über-dies so gestaltet, dass die kalte Luft allseitig abfliessen kann, so wird, wie vieleBeispiele aus den Alpen zeigen, die Wintertemperatur am höheren Punkte wenigerkalt sein als am tieferen 1 .
Auch die absoluten Extreme einzelner Tage zeigen dasselbe Phänomen; hierwerden die Unterschiede sogar noch grösser.
Der kälteste Tag der ganzen Beobachtungsreihe am Peissenberge war (10. Jan.1820) —25,2° C., während in München die grösste bis jetzt beobachtete Kälte(2. Febr. 1830) —30,1° C. betrug 2 . Der grösste Wärmeunterschied zwischen Mün-chen und dem Peissenberge findet im März statt, er beträgt 2,5° C. und wird wohltheilweise dadurch hervorgebracht, dass zu dieser Zeit am Peissenberge das Schmel-zen des Schnees eintritt, und so eine merkliche Wärmemenge latent wird, währendin München die Schneedecke zum grossen Theile schon früher verschwindet.
Die neuen Berechnungen der Temperatur für Genf und den St. Bernhard sindbereits oben S. 318 mitgetheilt. Als neue Stationen sind noch hinzuzufügen: Mattin den Glarneralpen, Bevers in Graubündten, Törbel und Saas im Wallis . FürVevey , dessen Mittel von 1824 und 1825 bereits in unseren Untersuchungen ent-halten ist, folgt hier eine Reduction nach den Genfer -Beobachtungen.
Vevey am Genfersee . Nördl. Br. 46° 25'. Oestl. L. Paris 4° 31'. Höhe des
Genfersees 375 M. 1154 P. F.
Die Beobachtungen von 1824 und 1825 sind enthalten in Dove’s Abhandlung(Berl. Acad. 1845 S. 282), sie sind hier nach den Beobachtungen der gleichen Jahrezu Genf auf wahre Mittel reducirt.
1) Vergl. oben S. 340 die Bemerkungen zu den Beobaelitungsstationen in Kärntlien.
2) Ich verdanke diese Angabe einer persönlichen Mittheilung des Herrn Director Lamont