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VERTHEILUNG DER MITTLEREN TEMPERATUR.
Temperaturschwankung.
Temperaturschwankung.
Monat.
Beob.
Ber.
Monat.
Beob.
Ber.
Januar
20,21
20,14
Juli
17,33
17,23
Februar
20,77
20,61
August
17,58
17,39
März
19,88
20,20
September
17,25
17,66
April
19,83
19,59
October
17,62
17,49
Mai
18,83
18,85
November
17,47
17,59
Juni
17,69
17,86
December
18,64
18,73
Anmerkung. Yergl. auch Quetelet’s sehr interessanten Bericht: Sur les variations periodiqueset non periodiques de la temperature. Bull. Bruxelles. T. XX. No. 6. 1853.
Indem Herr Qüetelet eine 20jährige Beobachtungsreihe von Brüssel untersuchte, fand er folgende3 Gruppen von Veränderungen:
1) Die zufälligen Veränderungen, welche die Temperatur eines bestimmten Tages in ver-schiedenen Jahren zeigt.
2) Die periodischen Abweichungen, welche in jedem Jahre wiederkehren. Obwohl diesenoch wenig untersucht sind, so lassen sich doch einzelne dieser interessanten Perioden schon jetzt an-nähernd bezeichnen, z. B. die Kälteperiode vom 7. bis 11. Januar, welche den kältesten Tag des Jahreseinschliesst, die Kälteperiode vom 14. bis 23. Mai, die besonders im nördlichen Europa eintritt; dieWärmeperiode vom 4. bis 8. Juli, die den wärmsten Tag des Jahres enthält, und von gewöhnlich2 auffallenden Temperaturdepressionen eingeschlossen ist etc. Zu dieser Gruppe von Anomalien sindzugleich jene Veränderungen zu rechnen, welche der Umdrehung der Sonne um ihre Achse, den Son-nenflecken, dem Dazwischentreten von Aerolithen und Sternschnuppen etc. zugeschrieben werden, dader Eintritt dieser Erscheinungen ebenfalls periodisch ist, obwohl ohne Zusammenhang mit den gewöhn-lichen Jahreszeiten.
3) Die nicht periodischen Erscheinungen im engeren Sinne. —
Zur näheren Bestimmung der zufälligen Veränderungen, No. 1, wurden die Abweichungeneines bestimmten Tages von seinem mittleren Werthe in ähnlicher Weise untersucht, wie oben unterder Bezeichnung der „mittleren Yeränderlichkeit“ die Abweichung der Monate einzelner Jahrevom vieljährigen Mittel. Es ergab sich, dass diese Abweichungen von Ursachen abhängen, die sich sowenig verändern und sich zugleich in den verschiedenen Jahren in so ähnlicher Art combiniren, dassdiese Abweichungen, wenn man sie für die ganze Jahresperiode vergleichend zusammenfasst, ebensosymmetrisch sich ordnen, wie die periodischen Veränderungen selbst.
Die Grösse der Veränderlichkeit, oder was dasselbe ist, die gegenseitige Entfernung der äusserstenGrenzen, innerhalb welcher die Abweichungen eingeschlossen sind, erreicht im Winter ein Maximum,im Sommer ein Minimum. Die Dauer der Perioden, innerhalb welcher die Temperatur über oder unterdem Mittel sich befindet, beträgt (für Brüssel) ungefähr 5 Tage, im Wintei nahe G, im Sommer nur 4;wenn eine Abweichung von den normalen Verhältnissen im Winter eintritt, so ist grössere Wahrschein*lichkeit für ihre Fortdauer vorhanden, als wenn die Abweichung im Sommer sich zeigt.