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ÜBER DEN GAN« DES BAROMETERS.
Die Schwankungen des Barometerstandes sowohl wärend der ganzen Beobach-tungsreihe als auch während der täglichen Periode sind sehr gering.
Das Minimum des Nachmittags ist entschieden verschwunden und durch einSteigen des Barometerstandes bis gegen 5 Uhr Abends ersetzt, während, wie zuerwarten, der tägliche Gang des Luftdruckes zu Genf, Mailand, Turin der gewöhn-liche war.
Die stündliche Veränderung ist zugleich zwischen 1 Uhr und 7 Uhr sehr gering.
Das Minimum am Morgen hält mehrere Stunden fast ohne Veränderung an.Unmittelbar vor und nach den Stunden des Minimums am Morgen treten die rasche-sten Veränderungen des Barometerstandes ein.
Um den Gang des Luftdruckes an der Vincenthütte und an hohen Orten über-haupt etwas näher zu beurtheilen, will ich zuerst einige allgemeine Bemerkungenüber die tägliche Periode vorausschicken.
Die Zeiten der Maxima und Minima in den tieferen Regionen sind im Mittelfolgende 1 :
Erstes Minimum um 7 h 5' p. m.
„ Maximum um 10 h 11' „
Zweites Minimum um 3 h 45’ a. m.
„ Maximum um 9 h 37' „
Im Laufe des Jahres verändern sich diese Stunden in der Art, dass das nach-mittägige Minimum und Maximum im Sommer später eintreten; das Minimum unddas Maximum am Morgen zeigen sich im Sommer früher als im Winter. DieDifferenz kann mehrere Stunden betragen. Die geringsten Veränderungen erleidetdas Minimum des Morgens; dieses ist, wie sich sogleich zeigen wird, auch von denVeränderungen des Barometerganges an hohen isolirten Punkten am wenigsten be-troffen.
Als die wesentliche Ursache der täglichen Veränderungen des Barometerstandes 2kann die ungleiche Temperaturvertheilung in horizontaler Richtung betrachtet werden.
Die beiden Minima treffen mit der Zeit der Temperaturextreme sehr nahe zu-sammen. In beiden Fällen tritt nämlich ein Abfliessen der Luft nach seitlich gele-genen Punkten ein.
Zur Zeit des Temperaturminimums scheint sich die seitlich abfliessende Luftnahe der Oberfläche der Erde, also an der unteren Grenze der Atmosphäre zu be-wegen. Damit stimmt auch sehr gut der Umstand überein, dass das Minimum desMorgens an sehr hohen isolirten Orten, demnach wohl auch in der freien Atmo-sphäre mit grosser Regelmässigkeit zu denselben Stunden eintntt, wie in der unmit-telbaren Nähe der Oberfläche selbst.
1) Bestimmt von Iäakmtz Lehrb. Meteor. II. S. 264.
2) Vergl. die früheren Erklärungen: Kaemtz II. S. 279 u. ff. und Ramond Mem. de ('Institut II. 1808