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BEOBACHTUNGEN ÜBER DIE TÄGLICHE PERIODE.

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lind es nähme nur die Grösse dieser Veränderungen von der unteren nach der oberenGrenze stetig ab, so würde auch wenigstens jener Theil der täglichen Verände-rungen des Luftdruckes, welcher von der Temperatur der Luft abhängt, gleich-zeitig sein. Allein da das Maximum der Wärme in der freien Luftsäule in den Le-gionen von 8000 bis 9000' erst gegen Abend eintritt, so wird auch die Temperatur-vertbeilung dazu beitragen, die Dichtigkeit der Luft in diesen Höhen zur Mittags-zeit verhältnissmässig etwas zu vermehren.

Auf hohen Bergen ist das Maximum der Luftwärme von jenem in den Ebenenfast ganz unabhängig 1 , und auf eine so kleine Luftmasse beschränkt, dass es aufden Stand des Barometers nur einen sehr geringen Einfluss ausübt.

Da die Unterschiede in den täglichen Veränderungen der Atmosphäre verhält-nissmässig sehr klein sind, und gewöhnlich nur wenige Tausendtel des Druckes inden verschiedenen Höhen betragen, so ist es um so mehr erlaubt, die hier bespro-chenen Betrachtungen über die Ungleichheiten des Druckes und der Wärmeverthei-lung auf die Schwankungen des Barometers anzuwenden. Dieselben erklären auch,wie kaum zu erwähnen nötliig ist, warum in grossen Höhen die Schwankungenjedenfalls geringer sind; wenn auch, wie in den Hochebenen der Anden, der Typusdes täglichen Ganges jenem an der Oberfläche der Erde gleichbleibt.

Das Minimum des Morgens ist durch alle Höhen weit gleiclnnässiger vertheiltals die übrigen Wendestunden. Da bei dem Eintreten dieses Minimums das Ab-fliessen der Luft an der Oberfläche der Erde zugleich mit der Periode des Erkal-tens, die ebenfalls in der freien Atmosphäre weit weniger Ungleichzeitiges darbietetals die Erwärmung, zusammenfällt, so wird dadurch eine Verkürzung der Luftsäulehervorgebracht, und es kommen an einem höheren Orte jetzt Luftschichten zu lie-gen, die verdünnter sind, weil sie aus der Höhe niedersinken. Dies scheint wesent-lich dazu beizutragen, dass das Minimum des Morgens auch an hohen Orten stetssehr ausgesprochen ist; es zeigt sich auch sehr deutlich am St. Bernhard, verglichenmit Genf . An hohen Orten scheint das Minimum gewöhnlich ziemlich lange anzuhalten.Es dürfte hier zugleich zu erwähnen sein, dass auch für diese Wendestunde die Tempe-ratur der Vincenthütte ein Beispiel dafür bietet, dass an hohen Orten die localeTemperatur auf eine verhältnissmässig zu geringe Oberfläche ausgedehnt ist, um aufdas Barometer einen wesentlichen Einfluss zu haben. Hier zeigt sich, ganz durchlocale Umstände bedingt (nämlich durch das Zusammenflüssen der kalten Luft ausden Eirnmeeren) das Minimum der Luftwärme sehr früh, nahe um 1 Uhr Morgens.Das Barometer scheint aber davon fast gar nicht berührt zu sein.

Auf die Zeit des Eintrittes sowohl der Maxima als Minima hat gewiss auchder Umstand einigen Einfluss, dass die einmal in Bewegung versetzte Luftmasse, sie

1) Vergl. oben S. 1108 und die später folgenden Bemerkungen über die Wärme der freien Luft, ab-geleitet aus Barometerbeobaehtungen.