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BEOBACHTUNGEN ÜBEli DIE TÄGLICHE PERIODE. ATMOSPHÄRISCHE WELLEN. 39g

Wachsen der Temperatur, und das Maximum tritt etwas nach der Zeit der grösstenWärme ein.

Der Unterschied im Drucke der trockenen Luft wird aber dadurch nichtgeringer, da auch an den tieferen Orten wegen der ungleich grösseren Wärme dieabsolute Grösse des Dampfdruckes zur Zeit des Tagesminimums noch weit dieSpannkraft der Dämpfe an den höheren Orten tibertrifft. An den letzteren kann esallerdings geschehen, dass die Curve des Druckes der trockenen Luft jetzt die Er-hebung am Tage verliert, oder wenigstens, dass die Grösse derselben bedeutendvermindert wird. Aber gerade die Ursachen, welche den Unterschied zwischenden Veränderungen des Luftdruckes an den tieferen Punkten und in höheren Kegionender Atmosphäre bedingen, werden dadurch noch deutlicher hervortreten.

Auf den Gang der täglichen Veränderungen hat also die Keduction des Barometer-standes auf den Druck der trocknen Luft vorzugsweise nur den Einfluss, die Amplitudeetwas geringer zu machen; der Typus der Veränderungen bleibt im allgemeinen derselbe.

Analog den Veränderungen, welche die tägliche Periode in verschiedenen Höhenerfährt, gestaltet sich auch die jährliche. Es sei mir erlaubt, aus meiner früherenArbeit über diesen Gegenstand zu erwähnen, dass sich wenigstens für den Druck dertrockenen Luft an den tieferen Stationen ein entschiedenes Abnehmen der Baro-meterhöhe von den kälteren zu den wärmeren Monaten zeigt, was an den höherenStationen nicht, oder nur in viel geringerem Grade einzutreten scheint.

Das Minimum des Sommers ist dabei dem Minimum zur Zeit der grössten Ta-geswärme analog; wie dieses in hohen und der freieren Atmosphäre möglichst ent-sprechenden Orten verschwindet oder selbst zu einem Maximum wird, so scheinenauch die Veränderungen in der jährlichen Curve gleichartigen Ursachen zuzuschrei-ben zu sein.

Atmosphärische Wellen.

Quetelet hat neuerdings die Veränderung des atmosphärischen Druckes inBeziehung auf einige sehr interessante Erscheinungen untersucht, die sich in hori-zontaler Richtung zeigen, auf welche aber zugleich das Vorhandensein ausgedehnterGebirgsmassen einen entschiedenen Einfluss ausübt.

Ein sehr niedriger Barometerstand zeigt sich gewöhnlich nicht an einer einzigenLocalität, sondern gleichzeitig auf einer Reihe von Punkten, die auf der Oberflächeder Erde eine mehr oder weniger ausgedehnte Linie bilden. Der Zwischenraumzwischen zwei solchen Linien, die eine Reihe barometrischer Minima verbinden, kann,analog den gewöhnlichen Bezeichnungen, atmosphärische Welle genannt werden. DieGrösse dieser atmosphärischen Wellen, die mittlere Schnelligkeit ihres Fortsclireitens,

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