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UBEll DEN GANG DES BAROMETERS.

die Richtung ihrer Bewegung, die Orte wo sie entstehen und wo sie verschwinden,der Einfluss, den Gebirge und örtliche Verhältnisse anderer Art auf dieselbenhaben u. s. w., wurde von Quetelet sorgfältig untersucht und in folgende Resultatezusammengefasst:

Die Atmosphäre ist, gewöhnlich von mehreren Systemen von Wellen durchzogen.Diese Welliensysteme bedingen durch die Verschiedenartigkeit ihrer gegenseitigenEinwirkung für jeden Punkt der Erde einen eigenthümlichen Zustand des Luft-druckes. Unter den mannigfaltigen Bewegungen einzelner Wellensysteme lässt sichzugleich ein vorzugsweise domiuirendes System von Wellen erkennen, welches fürdasselbe Clima ziemlich constant zu bleiben scheint.

Die atmosphärischen Wellen pflanzen sich sowohl in Europa als in Asien vonNorden nach Süden fort; die Schnelligkeit ist jedoch nicht überall dieselbe; sie be-wegen sich im asiatischen Systeme rascher als in Central-Europa, in Russland undin den Gebirgen des Ural .

Die Fortpflanzung scheint an der Oberfläche der Meere weniger Hindernissenzu begegnen als im Innern der Continente; im allgemeinen vermindern die ITervor-ragungen der Erde sowohl die Schnelligkeit, als auch zugleich ihre Intensität. DieSchnelligkeit des Fortschreitens beträgt in der Nähe des Urals oft weniger als9 Kilometer in der Stunde, während die mittlere Schnelligkeit zu 24 bis 44 Kilo-meter in der Stunde angenommen werden kann.

Die Richtung der Winde übt auf die Richtung dieser barometrischen Wellenkeinen merklichen Einfluss aus. Diese wichtige Erscheinung scheint der Hypothesegünstig, dass die Luftströmung in den unteren und den oberen Regionen der Atmo-sphäre sich theilweise compensiren. Uebrigens wird gewiss auch der Umstand vonEinfluss sein, dass die Luft durch seitlichen Druck condensirt werden kann, ohnedass seitlich gleichzeitig ein merkbarer Zufluss von Luft erfolgt, oder was dasselbeist, ohne dass fühlbare Winde dadurch hervorgerufen werden. Im Gegentheile, dieherrschenden Winde können sehr gut fortbestehen, während gleichzeitig die Luft-massen, die sich fortbewegen, ihre Dichtigkeit merklich verändern.

Man kann wohl als ganz analogen Fall auch das oben erwähnte Fortbestehender täglichen periodischen Veränderungen des Luftdruckes bei Winden nennen.

Ueber die 10jährigen Beobachtungen am St. Bernhard.

Die Monatsmittel des Luftdruckes für die Alpenstationen sind bereits früher(Unters, u. s. w. 1851. 391) enthalten. Ich füge hier als Ergänzung dieser Tabellendie neuen Berechnungen der 10jährigen Beobachtungen an dem St. Bernhard bei,an denen sich zugleich die täglichen Veränderungen in den einzelnen Monaten über-sehen lassen. Am Fusse der Tabelle S. 396, 397 ist zur Vergleichung das Mo-natsmittel für Genf beigefügt.