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I'BEB DEN GANG DES BAROMETERS.
In Beziehung auf die Epochen der Extreme dürfte noch folgendes zu erwäh-nen sein. Während in Genf die Epochen des zweiten Minimums und des zweitenMaximums im Laufe des Jahres die geringsten Veränderungen zeigen, ändern sicham St. Bernhard das erste Minimum und das erste Maximum am wenigsten. Ander letzteren Station ist das Maximum des Abends das höchste, und das Minimumdes Morgens das niedrigste; in Genf hingegen ist das Maximum des Morgens dasgrössere Maximum, und das Minimum des Abends das kleinere Minimum.
Die Periode des abnehmenden Druckes zwischen dem Maximum des Morgensund dem Minimum des Abends ist am St. Bernhard weit grösser, als jene Periode,die von dem Maximum des Abends und dem Minimum des Morgens begrenzt ist,besonders im Frühling und im Sommer. In Genf findet das Entgegengesetzte statt.Am St. Bernhard ebenso wie in Genf fällt das Barometer rascher als es steigt; dieDauer der zwei Perioden des Abnehmens ist zusammen um 56 Minuten kürzer alsdie der zwei Perioden des Zunehmens. Im Sommer beträgt sogar der Unterschied2 Stunden 10 Minuten, im Winter nur 16 Minuten.
Der Unterschied zwischen dem grössten und kleinsten Monatsmittel für denDruck der trockenen Luft beträgt
in Gratz .12,04 „
in München (Bogenhausen ) 6,39 „
Diese Unterschiede scheinen daher weit mehr von der jährlichen Vertheilung deratmosphärischen Feuchtigkeit und von unregelmässigen, kaum näher zu bestimmen-den Einflüssen der Bodengestaltung abzuhängen, also davon, ob die Alpenkette imallgemeinen südlich oder nördlich vom Beobachtungspunkte liegt.
Auch Genf zeigt, wie die meisten Stationen in den Ebenen und in mittlerenHöhen 1 zwei Maxima, die mit den Temperaturextremen zusammenfallen und zweiMinima, eins im Frühlinge und eins im Herbste.
An den hohen Orten darf wohl überall nur ein Maximum, im Juli, und einMinimum im Januar erwartet werden.
Das Maximum im Sommer ist für die niedrigen Orte nur von der Gegenwartdes Wasserdampfes bedingt. Wenn auch in der Tagesperiode die Verdunstung nichtrasch genug folgen kann, um die Depression des Barometers des Nachmittags zuergänzen, geschieht dies doch während des länger anhaltenden "Verdunstens, wennman grössere Perioden zusammenfasst. Der Druck der trockenen Luft hingegenzeigt dieses Maximum im Sommer für tiefe Orte nicht.
Das Maximum im Sommer an hohen Orten ist, wie ich früher zu zeigen ver-suchte, von der Gegenwart des Wasserdampfes nicht allein bedingt: es würde auchfür den Druck der trockenen Luft eintreten. Diese Erscheinung hat wie die Erhö-
1) Vergl. auch Dove Pogg. Annalen Bd. 17.