ÜBER BAROMETERSTÄNDE ZWISCHEN 12000 UND 14000 PAR. FUSS.
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Zweite Reihe vom 28. August bis 1. September 1844.
Grosses Plateau Max. 479,22
MM. Min.
473,61 MM. Unterschied
5,61 MM.
Chamouni
„ 681,06
fl
fl
674,27
fl fl
6,79
fl
St. Bernhard
„ 572,72
fl
fl
567,09
fl fl
5,63
fl
Aosta
„ 715,63
fl
fl
708,06
fl fl
7,57
fl
Genf
„ 729,10
fl
fl
722,35
fl »
6,75
»
„ 755,29
n
fl
747,09
fl fl
8,20
fl
Der Unterschied zwischen den absoluten Extremen beider Reihen enriebt für
D
Chamouni 9,52, für das Grosse Plateau 10,81 MM.
Diese Beobachtungen zeigen allerdings keinen bedeutenden Unterschied zwischenden höheren und den niedrigeren Punkten; allein es dürfte hier zugleich der Um-stand sehr wesentlich sein, dass die absolute Grösse dieser Barometerosoillationenkeineswegs sehr bedeutend ist. Auch Saussure fand unter ähnlichen Verhältnissendie Schwankungen am Col du Geant grösser als jene von Chamouni und Genf 1 .Er bemerkt aber zugleich, dass dies als eine Ausnahme von den gewöhnlichen Ver-hältnissen zu betrachten sei. Die oben S. 42, 43 antreerebenen Barometerstände amTheodulpass mit den correspondirenden zu Bern, Genf, Aosta, St. Bernhard, Mai-land und Turin , während welcher das Barometer am Theodulpasse um 10 MM. fiel,ergaben nur in Mailand und Turin grössere Unterschiede, nämlich 13,8 u. 14,0 Mil-limeter. Die Beobachtungen an deu folgenden Tagen zeigen jedoch so grosse Un-gleichheiten in den Veränderungen des Druckes an diesen verschiedenen Orten, dasshier die Beobachtungen eine grössere Reihe von Tagen hätte umfassen müssen, umdie wirkliche Grösse dieser Schwankung an den verschiedenen Punkten vergleichenzu können.
Dass die absoluten Extreme des Luftdruckes z. B. in der Jahresperiode aufsehr hohen Gipfeln entschieden geringer sein werden, als an den tieferen Punkten,lässt sich auch aus Folgendem erwarten. Die absoluten Maxima des Druckes fallengewöhnlich mit grossen Kälteextremen zusammen, wobei während eines längere Zeitanhaltenden Temperaturminimums die unteren Luftschichten mehr als gewöhnlichan Dichte zunehmen 2 und dadurch auch noch in den oberen Regionen einen Zuflussder Atmosphäre aus weniger erkalteten Gegenden bedingen. In solchen Fällen istzugleich die Temperaturabnahme eine sehr langsame, ja sie kann in den höherenTheilen, eben wegen des seitlichen Zuströmens weniger erkalteter Luft, ganz ver-schwinden; es wird daher die relative Vermehrung des Luftdruckes in den unterenTheilen weit bedeutender sein als in den oberen.
Die absoluten Minima des Luftdruckes sind theilweise davon abhängig, dassstatt zweier übereinander bewegender Luftströme nur einer, in unseren Breiten dannder südöstliche, vorhanden ist, der vorher der obere war.
1) Salssure Voyages. IV, § 2049.
2) Vergl- Dove Preussisclie Stationen.