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ÜBER BEN GANG BES BAROMETERS.
Da demnach das Minimum des Luftdruckes zunächst durch die Veränderung inder Bahn des unteren Luftstromes bedingt ist, so werden dabei die unteren Regio-nen ein stärkeres Fallen des Barometers zeigen als die oberen.
Einen sehr bedeutenden Einfluss auf die Grösse der Minima des Luftdruckeshat zugleich auch die Schnelligkeit der sich bewegenden Luftmassen; sehr niedrigeBarometerstände sind gewöhnlich mit heftigen Stürmen verbunden 1 .
Bei einer annähernd gleichen Geschwindigkeit in den unteren und in den obe-ren Regionen wird die Verminderung des verticalen Druckes der Dichtigkeit derLuftschichten proportional sein.
Auch dieser Umstand kann bisweilen dazu beitragen, dass die absoluten Mi-nima auf sehr hohen Punkten weniger vom mittleren Barometerstände sich entfernen,als in den tieferen Regionen.
Resultate.
1. Die täglichen periodischen Veränderungen des Barometerstandes zeigen inden Ebenen und auf plateauartig gestalteten Erhebungen 2 Maxima und 2 Minima;auf isolirten hohen Bergen und in der freien Atmosphäre tritt nur ein Maximumund ein Minimum ein, die ungefähr zur Zeit der Temperaturextreme stattfinden.
2. Die Ursache dieser Verschiedenheiten liegt darin, dass die Barometerschwau-kunsren nicht ausschliesslich von dem Abfliessen oder dem Zuströmen der Luft inder Nähe der oberen und der unteren Grenze der Atmosphäre abhängen. Eineisolirt gedachte Luftsäule ändert nämlich nicht allein periodisch ihre Dichtigkeit imallgemeinen; auch innerhalb derselben treten periodische Verdichtungen oder Ver-dünnungen ein, die in grossen Höhen mit den Veränderungen des Gesammtdruckesnicht gleichzeitig sind.
3. Die Grösse des Unterschiedes zwischen dem grössten und kleinsten Mo-natsmittel scheint weit mehr von unregelmässigen Einflüssen der Bodengestaltungund von der Vertheilung der Feuchtigkeit abzuhängen als davon, ob die Alpenketteim Allgemeinen nördlich oder südlich vom Beobachtungspunkte liegt. In der Jah-
1) Als interessante barometrische Extreme führe ich noch folgende Beobachtungen zur Vergleichungan. (Aus: Eisenloiier über Barometerstand und Witterung im Winter. Karlsruhe 1852. S. 80.) Dasschnellste Pallen des Barometers im Winter betrug in Karlsruhe 12,3"' = 28,7 MM. in einem Tage,am 11. Februar 1799. Es folgte auf anfangendes Thauwetter, das zugleich 1) Tage lang mit S.W.und Regen anhielt; dann aber folgt wieder kurzer Frost und fast eben so schnelles Steigen des Barome-ters. Die Schwankungen des Barometers sind im allgemeinen im Winter grösser als im Sommer. BeimFallen des Barometers sind die Veränderungen gewöhnlich etwas langsamer als beim Steigen. Ein sehrtiefer Barometerstand (27" o'" für Karlsruhe ) folgte niemals auf einen sehr hohen 28" 5'"; doch nichtselten geschah es, dass ein sehr hoher Barometerstand auf einen sehr tiefen in wenigen Tagen folgte.