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BEMERKUNGEN ÜBER DAS ANEROIDBAROMETER.
In Beziehung auf den Mechanismus der bewegenden Theile dürfte noch zu er-wähnen sein, dass das Instrument beim Transporte durch eine Auslösevorrichtungvor dem Einflüsse unvorhergesehener Erschütterungen geschützt sein sollte * 1 .
Diese fehlte auch bei den von uns benützten Instrumenten; wir selbst hattenzwar während der Reise keine Störungen durch den Transport bemerkt; die oftwiederholten Vergleichungen mit dem Quecksilberbarometer hätten uns eine Zerrüt-tung des Aneroids sogleich bemerken lassen.
Temperaturcorrection. Durch die Erhöhung der Temperatur wird die Ela-sticität des metallischen hohlen Cylinders vermindert, aber auch zugleich jene derFeder, welche dem ersteren das Gleichgewicht hält 2 .
Diese Verminderung der Elasticität in beiden wirkt auf die Bewesruno - des Zei-gers in jedem der einzelnen Theile mit entgegengesetztem Zeichen; sie können 3sich demnach aufheben, was an einzelnen Instrumenten wirklich erreicht ist.
Meistens aber ist eine Temperaturcorrection anzubringen, die oft nicht unbe-deutend ist; sie ist bald negativ wie beim Quecksilberbarometer, bald positiv. Dasletztere scheint häufiger zu sein.
Das Instrument von Lerebours und Secretan No. 165. und das Aneroid vonHohnbaum wurden in ein Luftbad gebracht, das auf 92,5 ° C. erwärmt war.
An. Secr. An. Honsn.
Vor dem Versuche standen bei 16,4° C.Im Luftbade bei 92,5° C.
761,2
765,7
760,8
735,7
Differenz 76,1° C. +4,5 -25,1
Temperaturcorrection für 1° C. —0,059 +0,33
Für das letztere“ Instrument wurde die Temperaturcorrection auch bei einemBarometerstände von 500 M.M. am Theodulpasse 3353 M. 10322' bestimmt, aller-dings bei einem geringeren Temperaturunterschiede.
Am 29. August 1851 stand das Aneroid (nach einem Aufenthalte von 24 Stun-den auf der Passhöhe), während der Barometerstand 500,5 bis 500,8 M>M. betrug,
zweitenmale in dieselbe Lage gebracht, nicht genau auf den nämlichen Stand zurück. Hie Abwei-chungen betrugen auch hier wie bei den kleinen Erschütterungen oft 3 bis 4 Zehntel-M.M.
1) Auf die Vortheile einer Vorrichtung zur Auslösung und Befestigung des Zeigewerkes hat bereitsErman in seinem Aufsatze „Leber den Gebrauch des sogenannten Aneroidbarometers“ hingewiesen.Arch. wiss. Kunde Russlands 1851. Bd. IX. S. 22.
2) Die Veränderungen in der Länge der einzelnen Hebel und in der Kette sind so unbedeutend,dass sie keinen merkbaren Einfluss auf die Angaben des Aneroides ausüben.
3) Um die Temperaturcorrection möglichst klein zu machen, kann man z. B. bei der Anfertigungdes Aneroides so verfahren: Bei einem beliebigen Stande des Zeigers, der etwa dem äusseren Luft-drucke ohne Verdünnung entspricht, wird die Temperatur des Instrumentes um 20 bis 30° erhöht. Aen-dert sich jetzt der Stand des Zeigers, so wird die Feder etwas gerückt und dadurch die Länge desgrösseren Hebelarmes verändert. Ist diese Veränderung nur etwas gross, so muss dann auch die Spin-del, auf welche sich die Kette aufrollt, etwas verändert werden.