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BEOBACHTUNGEN ÜBER DIE ATMOSPHÄRISCHE FEUCHTIGKEIT.
gleichförmig anhält, die Regenmenge durch Wägung eines eine kurze Zeit ausge-setzten Filtrirpapieres von bekannter Oberfläche zu bestimmen, so ist die Regen-menge, die man so erhält, stets verhältnissmässig sehr bedeutend.
Am 6. September wurde auf der Vincenthütte ein Filtrirpapier von 300 □Cen-timeter Oberfläche gewogen, das 5 Minuten dem Regen ausgesetzt war. Die Zu-nahme betrug 2,8 Grm. Der Regen hielt anscheinend in gleicher Stärke 8 Stundenan, und ergab dies in einem Ombrometer, dessen Oeffnung achtmal grösser war alsder Durchschnitt des Auffangegefässes, nur o Millimeter Regenhöhe, während unsdas Wägen für die gleiche Periode 9 Millimeter ergeben hätte 1 .
Mehrmals hatten wir Gelegenheit zu bemerken, dass des Abends und des Nachtsdie Regentemperatur langsamer fiel als die Temperatur der Luft; es kommt dies,wie sich in Gebirgen unmittelbar sehen lässt, wesentlich daher, dass Abends auchan Regentagen die Wolken sich senken und in verhältnissmässig warme Schichtenherabsteigen.
Die Wärme des Regenwassers übt auf die Wärme der Bodenschichten und derQuellen einen entschiedenen Einfluss aus; allein diese Verhältnisse hängen vorzüg-lich von der Vertheilung des Regens in der Jahresperiode’ab, indem sich bei denlangsamen Veränderungen der Bodentemperatur die Wirkungen der einzelnen Nie-derschläge nicht mehr verfolgen lassen. — In der folgenden Zusammenstellung sindeinige Beobachtungen über die gleichzeitige Wärme der Luft und des Regens ent-halten; ich fügte denselben zugleich einige kleine Bemerkungen über die Schnellig-keit und die Menge der Regentropfen bei.
Beobachtungen über die Temperatur des Regens.
No. 1. Ziirchersee bei Horgeit. 442 M. 1361 Par.F.
26. Juli 5 h p. in. Luft 16,6° C. Regen 15,4° C.
Südwestwind. Massig starker Regen; im Ombrometer bestimmt.
No. 2. Oberhalb Ilorgen. 800 Par.F. über dem See.
26. Juli 7“ p-m. Luft 14,0° C. Regen 15,0° C.
Südwestwind. Die Stärke des Regens ebenso wie jene des Windes, war ziem-lich gleich geblieben. Es zeigte sich hier, wie wir später noch öfter fanden,dass gegen Abend die Temperatur des Regens weit langsamer sich veränderte,als die Temperatur der Luft.
1) Die grösste Menge des in einem Tage gefallenen Regens ist mit dei Breite sehr verschieden;die Maxima der Schneefälle liefern zugleich sehr viel weniger Wasser, als die Maxima der Regenmenge.Vergl. z. B. die Beobachtungen in Arys in Ostpreussen von 1830 bis 1847, in Dove s meteorologischenBerichten: 2. Regen. 1854. S. 45. Vergl. auch Qeetei.kt, Olimat de laBelgiquc: Des pluies, des grcdeset des neiges; Brüssel 1852. S 96.