TEMPERATUR BESTIMMUNGEN DER ATMOSIIÄUISCHEN NIEDERSCHLÄGE.
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heren Theilon der Alpen , gewöhnlich wärmer als die Luft, wenn diese bereits ge-sättigt ist. Es dürfte dabei vielleicht der Umstand von Einfluss sein, dass sich aufden Regentropfen im Herabfallen Nasser aus der Atmosphäre niederschlägt; be-kanntlich ist noch ganz nahe der Oberfläche der Erde bei gesättigter Luft stets eineZunahme der Regenmenge mit der Annäherung gegen die Oberfläche zu bemerken,wobei sich nicht nur die Zahl der Tropfen vermehrt, sondern auch die Grösse dereinzelnen Tropfen wächst.
Während also in unseren Breiten die Temperatur des Regens in der Mehrzahlder Fälle mit der Lufttemperatur nahe gleich ist, oder dieselbe sogar etwas über-trifft, ist die Temperatur des Schnees, besonders zur Zeit der extremen Schnee-falle im Frühlinge und im Herbste, oder in grossen Höhen während des ganzenJahres, oft sehr verschieden von der gleichzeitigen Luftwärme; denn es ist hierdurchaus nicht selten, dass bei 3 bis 5° C. noch reichliche Schneefalle stattfinden 1 ,obwohl die Schnelligkeit des Schnees ungleich geringer ist als jene des Regens.Die grosse Wärmebindung beim allmähligen Abschmelzen während des Ilerabfallensscheint dabei vorzüglich mitzuwirken.
Bisweilen ist die Re'gentemperatur nur wenig von der Lufttemperatur verschie-den, und man findet doch, nachdem die Wolken verschwunden sind oder sich ge-hoben haben, dass nur in geringer Höhe oberhalb des Beobachtungspunktes dasSchneien begonnen hat. Am Peissenberge (vergl. unten No. 23) fänden wir den Re-gen 4,5° C. (Luft 5,2), am Trauchberge sah man später den Schnee bis 4500 Fussherabreichen; allein in solchen Fällen sind entschieden Wolkenschi eilten von ver-schiedener Höhe übereinander gelagert, deren Niederschlag sich im unteren Ombro-meter vermischte; sehr häufig lässt sich dies direct von einem hohen Punkte über-blicken. Auch die Temperaturunterschiede, welche man oft in kurzen Zwischen-räumen an demselben Orte beobachten kann (vergl. S. 466), zeigen auf das Ent-schiedenste, dass dabei Wolkenschichten von sehr verschiedener Höhe und Wärmeden Niederschlag lieferten.
Die Verdunstung hört auch während des Regens nicht vollständig auf; estreten nicht selten heftigere Windstösse ein, welche, wenn auch zum geringen Theile,die niedergefallenen Massen verdampfen machen. Besonders ist zu Anfang jedes Re-gens häufig eine Verdunstung zu beobachten; diese Dünste, die man in den Ebenennicht bemerkt, da sie, gegen eine gleichförmige Wolkendecke projicirt, ein unmit-telbarer Theil derselben zu sein scheinen, sind in Gebirgen sehr charakteristisch;kaum hat der Regen begonnen, so erheben sich aus den Thälern neue Wolken, de-ren Wasser bereits mit dem verhältnissmässig warmen Boden in Berührung war, undnun aufs neue herabfällt. Versucht man bei feinem Regen, der zugleich nicht ganz