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BEOBACHTUNGEN UND /SEMEUKUNGEN Ü1SEK DIE CHEMISCHE WIRKSAMKEIT DES LICHTES. 489

Die chemische Wirkung ist auffallend gering. In Berlin zum Beispiel betrugsie, ebenfalls bei ganz schönem Wetter, am 10. September um 9 Uhr Morgens 32,am löten 36 Grade.

In Turin erhielten wir mit derselben Flüssigkeit, die wir bereits auf der Vin-centhütte benützt hatten, noch am 6. October 1851 29 Grade; an unserem Papiereund an der Art des Präparirens der Auflösungen, die stets dieselben waren, kannes demnach nicht gelegen haben. Dass der Luftdruck unmittelbar keine geringereFärbung des Papieres bedingt, ebenso wenig die Unterschiede der Lufttemperatur,ist ebenfalls bereits erwähnt worden.

Dass in grossen Höhen die chemische Wirkung des Lichtes auf die Chlorsilber-papiere sich bedeutend geringer zeigt, ergeben auch viele vereinzelte unserer Beob-achtungen; z. B. am Gipfel des Monte-Rosa , 4648 M. 14284 P.F., hatten wir aneinem Tage, dessen Durchsichtigkeit wir an einer der grossartigsten Rundsichtenbeurtheilen konnten, nur 10° des Photometers, am 28. Aug. 1851; auf der Vincent-pyramide, am 12. September, ebenfalls bei den günstigsten Wetterverhältnissen, 14°(13003 P.F.).

Dieses Resultat war uns allerdings ganz unerwartet. Wir hatten früher, Unter-suchungen u. s. w. 1850 S. 440, berichtet über einige Wiederholungen von Saus-sure’s Experimenten mit gefärbten Papieren; Saussure selbst hatte Bänder ange-wandt, deren Farbenveränderungen noch langsamer einzutreten scheinen, als jenean Papieren, die mit Krapplack gefärbt waren. Sowohl bei Saussure als bei unshatte sich ergeben, dass die Bänder damals oben etwas rascher gebleicht wurdenals unten. Als wir aber jetzt diese Versuche wiederholten, und zugleich die mitChlorsilber präparirten Papiere damit verglichen, zeigte sich, dass die gefärbtenBänder nur an solchen Tagen oben rascher gebleicht wurden, an welchen vorüber-ziehende Nebel und darauf folgende grelle Sonnenbeleuchtung abwechselten; oderan Tagen, während welcher die Atmosphäre dem Sättigungspunkte so nahe war,dass die Bänder durch hygroscopisches Ansaugen des Wassers beständig etwasfeucht waren. Da in den tieferen Regionen an schönen Tagen, besonders Mittags,die Atmosphäre vom Sättigungspunkte stets viel weiter entfernt ist, als an den ho-hen Punkten, so tritt vorzugsweise an den letzteren diese fortwährende Befeuch-tung ein, und wirkt dann wie das Begiessen der Leinewand auf das Bleichen der-selben. An schönen und zugleich sehr trockenen Tagen war auch an sehr hohenOrten keine Beschleunigung des Bleichens zu bemerken. (Ueberdies erfordert dieseMethode ein Aussetzen von Bändern oder von carminrothen Papieren von mehrerenStunden, ehe ein sichtbarer Unterschied der Färbung zwischen dem besonnten unddem nicht dem Lichte ausgesetzten Theile bemerkbar wird.) —

Die Versuche mit den photometrischen Papieren wurden auch 1852 in den baye-rischen Alpen wiederholt, nachdem ich mich zugleich mit einem anderen Photo-meter, aus zwei gegen einander verdrehbaren NxciiOL’schen Prismen bestehend, ver-

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