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ÜBER EINIGE OPTISCHE ERSCHEINUNGEN DEli ATMOSPHÄRE.

sehen hatte. Am vorderen Ende des kleinen Apparates war eine Scheibe aus mat-tem Glase angebracht, welche eine excentrisch gestellte kleine Marke trug; dasVerschwinden und Wiedersichtbarwerden der Marke bei einer bestimmten Drehungwar das Maass der Helligkeit der Beleuchtung.

Da die Abnahme der Helligkeit nahe der relativen Umdrehung um 90° fürgleiche Drehungen rascher sich verändert, als bei geringeren Veränderungen dergegenseitigen Stellung der Prismen, wurden noch einige matte Gläser vorgelegt,welche bewirkten, dass der Punkt bereits unsichtbar wurde, wenn der Zeiger aufnahe 50 statt auf 90° stand. Dieser kleine Apparat wurde auf dem Kramer (6085')und auf dem Krotenkopfe (6000') mit dem Photometer verglichen. Für das Photo-meter hatte ich zugleich während dieser Tage correspondirende Beobachtungen inPartenkirchen (durch die Gefälligkeit meines Bruders Adolph) 1 .

Die chemische Wirkung war gleichzeitig am Krotenkopfe um 4°, am Kramerum 3° geringer als in Partenkirchen , während die Niciiol’s in der Helligkeit derSonnenscheibe selbst keine Veränderung erkennen Hessen .

Die geringere chemische Wirkung des directen und 2 zerstreuten Lichtes ingrossen Höhen scheint vorzüglich von der Helligkeit des Himmels bedingt. Wäh-rend in geringeren Breiten, z. B. in der heissen Zone, bei zunehmender Dunkel-heit des Himmels für gleiche Stunden auch die Höhe der Sonne wächst, ist fürgrosse Höhen nur das Abnehmen in der Helligkeit 3 des Blau übrig, was allerdingstheilweise durch die etwas geringere Absorption des directen Lichtes ersetzt wird.Da gerade das Blau die wirksamste Farbe ist, so scheint die bedeutende allgemeineDunkelheit des Himmels in grossen Höhen zugleich der wesentlichste Grund davonzu sein, dass die chemische Wirkung des Lichtes eine geringere ist 4 .

Einigen Antheil daran scheint auch der Umstand zu haben, dass das Firma-ment unmittelbar neben der Sonne, von den Ebenen gesehen, gewöhnlich sehr hellist und dort einen deutlichen oft mehrere Grade hellen Schein um die Sonne bildet.Ueberdies ist im Allgemeinen hier der Himmel in ziemlicher Entfernung von derSonne auch stets etwas heller als auf der entgegengesetzten Seite in gleicher Höhe

1) Auf der Zugspitze konnte der Versuch wegen des Nebels nicht gemacht werden.

2) Es gelang mir nicht, das directe Sonnenlicht allein auf das photographische Papier wirken zulassen, da wir keine Vorrichtung hatten, um das Papier in einer so engen Röhre genau in die Richtungder Sonnenstrahlen zu bringen und in derselben zu erhalten. (Wir hoffen bei späteren Versuchen unserenHeliostaten dazu benützen zu können.)

3) Man nimmt gewöhnlich an, dass das vom Himmelsgewölbe refleetirte Licht den achten Theil desGesammtlichtes betrage; diese Annahme bezieht sich aber nur auf niedrige Punkte in mittleren Breiten.

4) Der wesentliche Antheil, den das vom blauen Himmel refleetirte Licht an der chemischen Wir-kung des vollen Tageslichtes mit Einschluss der directen Besonnung hat, zeigt sich ungemein deutlich,wenn man die Wirkung des zerstreuten Lichtes allein an chemischen Papieren beobachtet. Die Färbung,die solche Papiere im Schatten noch annehmen, ist verhiiltnissmässig bei weitem intensiver, als photo-metrische Vergleichungen anderer Art zwischen dem directen Sonnenlichte und dem zerstreuten Tages-lichte ergeben.