510 VERBREITUNG UND AUSDEHNUNG DER GLETSCHER IN DEN VERSCHIEDENEN ALPENGRUPPEN.
mit Gletschern bedeckte Oberfläche macht demnach 6 bis 7 Procent des enger um-grenzten Gebietes aus; auf etwa T ” g Quadratmeilen ist ein Gletscher zu zählen. Inden einzelnen der grösseren Gruppen ist aber die relative Ausdehnung der mit Eisund Schnee bedeckten Flächen weit grösser.
Ich stelle hier einige Beispiele zusammen; die Ausdehnung in Quadratmeilen istfür die einzelnen Gruppen ihrer Grösse entsprechend angenommen worden.
Im Berneroberlande zwischen der Gemmi und dem St. Gotthardt ist wohl diegrösste Gletschermasse auf einem gegebenen Raume zusammengedrängt; es trifft dorteine Meile Gletscheroberfläche 1 auf 4 bis 5 Quadratmeilen des Terrains im Allgemeinen.
In den Umgebungen des Mont-Blanc bilden die Gletscher ~ oder ~ der ganzenOberfläche; in den übrigen Alpentheilen wird sie weniger um Einen Punkt concen-trirt; es muss also die Grenze des Terrains, das alle grösseren Gletscher umfassensoll, etwas weiter gezogen werden; daher kömmt es, dass die Gletscheroberflächeselbst in den Umgebungen des Monte-Rosa , im Oetzthale u s. w. selten -U- bis 2-übersteigt.
Der grösste Gletscher in den Alpen, der Aletschgletscher , hat eine Oberflächevon mehr als 1 Quadratmeile; zu den kleinsten Gletschern müssen wohl jene desFaulhornes gerechnet werden; sie zeigen ungemeine Veränderungen und haben beiihrer geringsten Ausdehnung 13 bis 15 Hundert Quadratmeter. In einem Zeit-räume von drei Jahren hatte sich jedoch einmal die Eismasse bis zum Achtfachenihres Volumens vermehrt 2 .
Höhen Verhältnisse.
Die Gletscher enden in ungemein verschiedenen Höhen; der tiefste Gletscher,jener von Grindelwald und die höchsten Gletscher, welche ähnlich wie der Garste-letgletscher fast bei 9000 P.F. enden, zeigen einen Höhenunterschied von 0000 Fuss.
Dessenungeachtet lassen sich, wenn man mittlere Werthe vergleicht, in den ver-schiedenen Gruppen einige ganz charakteristische Unterschiede erkennen.
Das Verhältniss der Höhe der secundären Gletscher zur Schneegrenze ist nichtimmer dasselbe. Gewöhnlich enden sie 1000 bis 1700' tiefer; aber in den Umge-bungen des Mont-Blanc 2300, in den Umgebungen des Monte-Rosa 2000' tiefer.
Würde das Aufhören der Glescher so direct mit den meteorologischen Verhält-nissen Zusammenhängen, wie die Höhe der Schneegrenze, so würden auch die Glet-scher in jenen Gruppen am höchsten enden, wo am meisten Masse erhoben ist.
Bei den Gletschern ist aber auch die Neigung des Terrains und die Grösse derGletscher selbst zu berücksichtigen.
Die Neigung macht, dass die Enden tiefer liegen; es zeigt dieses am deutlich-
1) Die Gletscheroberfläche wurde dabei zu 7 bis 7,5 Quadratmeilen angenommen, was wohl hin-reicht; sie wird von manchen Geographen zu 10 Quadratmeilen angegeben, was aber sicher zu gross ist.
2) Martins, Nouvelles ohserv. sur le glac. du Faulhoru.