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will, so ist zunächst hervorzuheben, dass im Lahnewiesgraben die östliche Verlän-gerung der rothen und grünlichgrauen Lias- und Juraschichten durch eine sehrmerkwürdige übergreifende Lagerung der Dolomite des Kramerberges der Beob-achtung entzogen wird. Ich werde später (S. 552) auf dieses Verhältniss wiederzurückkommen.
Grosse Schwierigkeiten zeigen sich in Beziehung auf die östliche und westlicheBegrenzung des zweiten Zuges dieser Formation, am Südfusse des Wettersteines.Es liessen sich nämlich auf der westlichen und nordwestlichen Abdachung der Zug-spitze und des Wachsensteines weder die so charakteristischen rothen mergeligenKalke dieser Formation, noch Spuren der Versteinerungen auffinden, welche in der-selben im Geisthaie an verschiedenen Punkten auftreten. Da ich bis jetzt nicht imStande war (zum Theil auch durch die Anhäufung von Gebirgsschutt und die Ter-rainschwierigkeiten gehindert), die Lias- und Juraschichten in ihrer östlichen undnordwestlichen Verlängerung genau zu verfolgen, so musste ich auf der Karte diebetreffenden Grenzen etwas unbestimmter lassen.
C. ßother Marmor von Graswang und Ettal .
Auf den Abhängen des Sonnenberges und des Brunnberges gegen Süden undOsten, ebenso wie in dem Gebirgsstocke des Laberberges 1 trifft man an mehrerenStellen ausgedehnte Schichten eines theils hellrothen, theils weissen oder auch gelb-lichen Marmors.
Bei den vielfachen Verdrückungen und den sehr unregelmässigen Stellungen derSchichten, und der, wie es scheint abweichenden Ueberlagerung der Orbituliten-sandsteine (vergl. S. 541) wird der Zusammenhang und die regelmässige Fortsetzungdieser Kalk- und Marmorschichten öfter gestört und theil weise unterbrochen.
Man findet dieselben sehr schön an der Kapellenwand und am Schäffelberg, aufder westlichen Abdachung des Laberberges; sie reichen hier bis zur Sohle desAmmerthaies herab. Auch in den Umgebungen des Ettaler Männdl’s treten dieseMarmorschichten in grosser Ausdehnung auf.
Gegenüber der Kapellenwand, auf der linken Seite des Ammerdurchbruches er-heben sich abermals dieselben Schichten. Wenn man den Fuss des Berges in derRichtung von Ammergau nach Graswang umgeht, so trifft man den Marmor etwassüdlich von einem kleinen Heiligenbilde; es finden sich hier sehr hübsche Abände-rungen des Marmors, welche bei dem Bau des Klosters Ettal vielfach benützt wur-den. Die Schichten setzen sich höher an den Abhängen des Berges, an der Falken-wand u. s. w. in grosser Entwickelung fort. Noch ehe man jedoch die südliche Eckedes Bergzuges erreicht hat, und in das Graswangthal einbiegt, wird der Marmordurch die mächtigen Orbitulitensandsteine verdrängt, die dann bis gegen Graswang
1) Auf der geologischen Karte Taf. XIX. sind diese Bergzüge nicht mehr enthalten.