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GEOLOGISCHE VERHÄLTNISSE DER ZUGSPITZE UND DES WETTERSTEINS.

tige Bänke und Stöcke von weisslichen, sehr feingeschlemmten Kalktheilchen vor,welche durch einigen Thongehalt zu etwas compacteren Massen verbunden sind. Siewerden (unter dem Namen „Kreide“) vorzüglich bei Kaltenbrunn, am Kranzbachsüdwestlich von Klais, am linken Ufer des Isarthaies südlich von Krün u. s. w.ausgebeutet.

Herr Professor Ehrenberg, welcher die Güte hatte, eine Probe dieser Ablage-rungen unter dem Mikroskope näher zu untersuchen, fand ebenfalls, dass sie ausquarzigen Trümmern, Sand und unkrystallinischen Kalktheilchen zusammengesetztsind. „Einige quarzige Theilchen ähneln zerfressenen Phytolitharien. Wenn mansich viel Mühe giebt, solche Spuren zu verfolgen, d. h. wenn man mehrere hundertAnalysen machen kann, so möchte ich mit Ueberzeugung aussprechen, werden sichauch einige wohlerhaltene Festland-Phytolitharien nachweisen lassen, was mir bishernicht gelang, indem ich nur zweifelhaft Lithostylidium zu erkennen glaubte“.

Eine der wichtigsten Erscheinungen, welche sich bei dem Studium der alpinenDiluvialbildungen darbietet, sind die erratischen Blöcke. Ich habe mich bemüht,auf der Karte und auf Seite 7, nach directen barometrischen Messungen, die ober-sten Grenzen ihres Vorkommens anzugeben. In den unteren Theilen dieses Gebieteskann man fast allenthalben, wenigstens zerstreute Rollstücke crystallinischer Gesteineauffinden. In grösserer Anzahl kommen dieselben vor auf der linken Seite des Isar -thales beim Lautersee und auf der Höhe der Diluvialterrasse, ferner westlich vonda auf dem hügeligen Hochlande in den Umgebungen von Klais , wo man allent-halben Spuren von Diluviallagerungen antrifft; dieselben verbreiten sich von hiernach Osten durch das Kankerthal und nach Südosten auf die Abhänge des Kranz-berges in der Ellmau und auf den Wettersteinwald; zahlreiche und ziemlich grosseBlöcke, bisweilen von 100 bis 300 Centimeter Umfang, welche aber auch hier stetsals abgeriebene Geschiebe auftreten, liegen „Auf der Ebnet“ auf der Höhe der Dilu-vialterrasse im Loisachthale.

Für die Beurtheilung der Art und Weise der Ablagerung der erratischen Blöckemöchten folgende Punkte vorzüglich Erwähnung verdienen:

Die erratischen Geschiebe reichen in dem oberen Loisach - und Isargebiete imallgemeinen bis zu einer Höhe von 4000 und 4400, zuweilen selbst bis 4600 Par. Fuss.Auch an diesen obersten Grenzen sind es völlig abgerundete Geschiebe von5 bis 20 Centimeter im Durchmesser. Vorherrschend sind hier Hornblendegesteine,mit ihren mannigfachen massigen und schieferigen Abänderungen; zuweilen auch mitGranaten gemengt, als Eklogite. Neben ihnen findet sich auch Glimmerschiefer,Gneiss, ebenso wie einige wenige Granitstücke.

Selbst auf dem isolirten Gipfel des Peissenberges bei 3005 Par. Fuss, mehr als2 Meilen vom Rande der Alpen entfernt, befinden sich noch mächtige Lagen vonDiluvialgeröllen und abgerundeten erratischen Blöcken.