ÜBERSICHT DER FORMATIONEN.
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Die erratischen Gesteine sind durchaus nicht auf der Oberfläche der älterenDiluvialgerölle allein abgesetzt, sondern sie finden sich auch in dem Inneren derletzteren allenthalben zerstreut, und sie reichen selbst bis in die untersten Lagenderselben hinab.
Einen sehr schönen Aufschluss gewähren hierüber die tiefen Erosionen der grös-seren Flüsse in den Geröllmassen, welche die bayerische Hochebene bedecken. Inder Nähe von München sieht man zum Beispiel bei der Menterschwaige, bei Ilesel-lohe und Pullach u. s. w., wo die Diluvialgerölle, theilweise zu festeren Conglome-raten verkittet, eine Mächtigkeit von 100 P. F. und darüber erreichen, allent-halben gerundete erratische Gesteine, selten grösser als eine Faust, noch in dentiefsten Bänken dieser Bildungen, unmittelbar über dem Tegel , eingeschlossen.
Die Grundlage der Diluvialablagerungen wird hier, wie überall in den Umge-bungen von München , von einem gelblich-grünen kalkhaltigen, etwas glimmerigenThon 1 gebildet, welcher zuweilen mit sandigen feinkörnigen Lagen wechselt. DieseBildungen werden Tegel und Flinz genannt; sie gehen längs der Isar zu Tage, auchtrifft man sie stets bei der Anlage von Brunnen in dem weiten Erosionsthale der Isar bei München, Garching, Freising u. s. w. Diese Thonunterlage scheint eine undu-lirende Oberfläche zu haben, indem sie bald mehr bald weniger hoch zwischen dieDiluvialgerölle emporreicht. Eine deutliche Schichtung konnte ich an den verhältniss-mässig wenigen Stellen, an welchen sich grössere Entblössungen dieser Ablage-rungen darbieten, nicht beobachten.
Der Tegel und Flinz dürfte wohl schon zu den obersten (plioceneti) Tertiär-bildungen gerechnet werden, obgleich bis jetzt Versteinerungen noch nicht darinaufgefunden werden konnten.
Blöcke von auffallend grossen Dimensionen sind überhaupt in den von mir unter-suchten Thälern ebenso wie auf den Hochebenen in den Umgebungen der Isar undAmper nicht sehr häufig. Da wo grössere Blöcke zahlreicher auftreten, sind siezwar zuweilen mehr in den oberen Ablagerungen angehäuft, sie stecken aber stetsin den anderen Diluvialgeröllen und sind theils eckig theils zugerundet und abge-rieben, wie die kleineren Geschiebe. Auch wurden, wie ich mich an mehrerenPunkten ganz bestimmt überzeugen konnte, bei dem Graben von Brunnen öfter grosseBlöcke selbst aus bedeutenden Tiefen emporgeschafft.
Die Lagerungsverhältnisse der erratischen Gesteine 2 lassen wohl keinen Zweifelübrig, dass hier wenigstens die Art ihres Transportes und die Zeit der Ablagerungdie gleiche gewesen sein muss, wie jene der anderen sie einschliessenden diluvialen
J) Vergl. über sein chemisches Verhalten: Schafiiaeuti, , geognostische Untersuchungen u. s. w. S.21.
2) Das Vorkommen der erratischen Gesteine und ihre Beziehung zu den übrigen diluvialen Geröll-ablagerungen in Oberbayern, bietet vielfache Analogien mit dem Auftreten dieser Bildungen im Boden-see -Becken dar, worüber Fromiierz gründliche Beobachtungen mitgetheilt hat. Leonhard und Bronn’sJahrbuch. 1850. S. 641 — Gö6.
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