GEOLOGISCHE VERHÄLTNISSE.
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Auf dem hohen Kamme, welcher den südlichen Rand des Kaisergebirges bildet,trifft man vom Iunthale ausgehend den niedrigeren Moosberg oder Zeppkaiscr; andiesen schliessen sich die Scheffauerspitze, ferner der AVesberg und die Achsel an.Es folgt hierauf im Osten der Treffauerkaiser mit der Treffauerspitze, welche denhöchsten Punkt der ganzen Gebirgsgruppe bildet. Als Ausläufer des Treffauerkaiserssind gegen Osten die Kaiserspitzen, das Grosse Thor und der Hochkaiser, gegenNordosten die Maukspitze zu nennen.
Der nördlich gelegene Hinterkaiser, auch kleiner Kaiser genannt, welcher durchdas Stripsenjoch mit dem eben beschriebenen südlichen Kamme zusammenhängt, fälltsteil gegen das Iunthal ab, während ein Ausläufer desselben, der Habberg oderIlaberberg, gegen Norden sich allmählig verflacht.
Die weite Mulde, welche von diesen Bergzügen eingeschlossen wird, ist durcheinige kleinere Erhebungen, durch den Stadtberg, ferner durch das Brentenjoch mitseiner Fortsetzung dem Gemsberge in zwei 1 häler getheilt, nämlich in das grössere,nördlich gelegene Kaiserthal und das kleinere Thal des Gaisbaches.
Die beiden Zeichnungen auf der Tafel XX dürften vielleicht dazu beitragen,den allgemeinen orographischen Charakter dieser Gebirgsgruppe noch etwas näherzu erläutern.
Figur 2 zeigt den hohen südlichen Kamm des Kaisergebirges in seiner ganzenAusdehnung. Diese Ansicht ist von der Hohen Salve aus gezeichnet, welche sichim Süden dem Kaisergebirge gegenüber erhebt, und durch das Thal von Söll undElmau davon getrennt ist. Die Hohe Salve gewährt zugleich ihrer isolirten Lagewesren einen höchst belehrenden Ueberblick über die Alpen von Tirol und Salzburg ,von welchen sie in einem weiten Kreise umgeben ist 1 .
Das Kaisergebirge zeigt hier eine Reihe von Gipfeln, die in der Richtung vonWesten nach Osten allmählig an Höhe zunehmen, und in dem Treffauerkaiser ihregrösste Erhebung erreichen. Bei näherer Untersuchung dieser Gebirgskette erkenntman sehr bald, dass die einzelnen nur durch schmale Einschnitte getrennten Gipfelfrüher sehr wahrscheinlich einen weit mehr zusammenhängenden Kamm gebildethaben, welcher erst später durch die Verwitterung seine jetzigen mannigfachen For-men erhielt. Besonders deutlich lässt sich dies am Treffauerkaiser erkennen; aufseinem Kamme erheben sich mehrere einzelne Gipfel, die sieh so wenig durch ihreHöhe unterscheiden, dass es beim ersten Anblick schwer ist zu bestimmen, welcherunter ihnen der höchste sei.
1) Die Höhen mehrerer Punkte, welche auf dem Deckblatte zu dieser Zeichnung eingetragen sind,wurden im allgemeinen in dem Höhenverzeichnisse S. 5G6 näher motivirt. Nur die Höhe einiger Berg-spitzen, welche schon ausserhalb des Ivaisergebiiges liegen, sind in dieser Liste nicht mehr enthalten.Der Heuberg 4274 P. P., der Hochriss 4772 I,. 1' • und der Spitzstein 4880 P. F. nach dem k. k. Ge-neral-Stab sind aus Lamout’s Verzeichniss u- s. w. Die Höhe des Rabenecks 3679 P. F. ist entnommenaus den Vegetationsverhältnissen Südbayerns von O. Sendtner. 1854.
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