METEOROLOGISCHE VERHÄLTNISSE; WÄRME HER LUFT.
583
der Alpen bei weitem überschritten wird. Dasselbe gilt von einigen sehr hohenBergwerken in Kärnthen und in den Umgebungen des Monte-Rosa .
Meteorologische Verhältnisse.
Die Alpen bieten durch die bedeutenden absoluten Erhebungen und zugleichdurch die Verschiedenartigkeit der Bodengestaltung in den Massen der Centralalpen,in den niedrigeren Formen der Nebenzonen und Hochebenen ein sehr günstiges Ter-rain, um den Einfluss der Höhe auf die verschiedenen meteorologischen Phänomenezu beurtheilen.
Wir haben wiederholt gestrebt, durch specielle Beobachtungen die Veränderun-gen der Wärme der Luft und des Bodens, der Feuchtigkeit und des Luftdruckes,der verschiedenen optischen Eigenschaften der Atmosphäre zu vergleichen; im Fol-genden wollen wir versuchen einige der allgemeinsten Resultate zusammenzustellen.
Wärme der Luft.
Die wesentlichste Quelle der Wärme an der Oberfläche der Erde ist ausser derEigenwärme der Erde die Insolation der Oberfläche.
Gesetzt der Radius der Erde würde um ein Tausendstel vergrössert, ohne dassdadurch an der Oberfläche weder die Gestalt der Meere und Continente, noch diegegenseitigen Höhenverhältnisse einzelner Theile verändert würden, so hätte einesolche Vergrösserung des Radius auf die Temperatur der Luft gewiss ungemein we-nig Einfluss. Und doch wäre dadurch die Oberfläche der Erde in eine Entfernungvom Mittelpunkte (d. h. in eine Höhe) versetzt, die jetzt Berge von 19000 bis20000' einnehmen.
Die Luft in der Nähe hoher Gipfel ist deswegen kalt, weil sie von der allge-meinen Oberfläche der Erde, der vorzüglichsten Quelle für atmosphärische Wärme,entfernt ist. Auf den Gipfeln selbst kann die Besonnung nur auf eine kleineOberfläche wirken, zugleich wird ihnen die Wärme der Erde weniger zugeleitet.Die geringe Menge der Luft, welche also hier in Berührung mit dem Boden er-wärmt wird, verschwindet fast spurlos in der ungleich grossem Masse der kaltenLuft, welche solche Gipfel umgiebt.
Es vereinen sich mit dem Einflüsse der isolirten Oberfläche noch viele andere,verschiedenartige Ursachen, welche die unteren Schichten der Atmosphäre erwär-men, die oberen erkalten. Aber in Beziehung auf die Grösse ihres Einflusses istdie Wirkung der Besonnung auf eine Oberfläche festen Gesteines bei weitem diewichtigste.
Tritt nun, wie es au ausgedehnten Theilen der Erde wirklich der ball ist,eine partielle aber weit verbreitete Erhöhung der Oberfläche ein, so muss au so