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584 ERLÄUTERUNGEN Z. VERGLEICH. DARSTELLUNG DER PHYSICAL. VERHÄLTNISSE DER ALPEN.

gestalteten Stellen die Luft weit mehr erwärmt werden, als in der Nähe isolirterGipfel von gleicher Höhe.

Eine partielle Erhöhung der Erdoberfläche findet im Allgemeinen entweder inder Form von Plateaus oder von Gebirgen statt; weit seltener treten ganz einzelnstehende Berge auf.

Am meisten sind grosse Plateaux geeignet die Luft verhältnissmässig stark zuerwärmen und bedeutend von der Wärme der freien Atmosphäre in gleicher Höheabzuweiclien. Auch für grosse Gebirge, obwohl sie von Thälern mannigfach durch-schnitten sind, findet eine ähnliche relative Erhöhung der Wärme durch das Vor-handensein von insolationsfähigen Massen in grossen Höhen statt.

Der mittlere Höhenunterschied, welcher im Gebiete der Alpen einer Tempera-turverrniuderung von 1° C. entspricht, beträgt für die Alpen 540 P.F.; vergleichtman jedoch die Abweichungen der Linien gleicher Luftwärme von den horizontalenLinien gleicher Höhe, so zeigt sich, dass nicht nur die Schnelligkeit der Abnahmein verschiedenen Höhen sich etwas ändert, sondern auch in den einzelnen Alpen-gruppen sehr verschieden ist und, mit Ausschluss des Einflusses, den die Breite aus-übt, vorzugsweise davon abhängt, ob in einer bestimmten Höhe noch viel Massevorhanden ist oder ob bereits die schmalen Formen der Kämme und Gipfel vor-herrschen.

Die bedeutende allgemeine Bodenerhebung in Graubiindten und in den Umge-bungen des Monte-Rosa bedingt zugleich die grösste relative Erhebung der Iso-thermen im Alpengebiete. Am Monte-Rosa tritt die grösste absolute Höhe dieserLinien ein. Hier ist zugleich die etwas südlichere Lage und die Nähe der piemon-tesischen Ebene von entschiedenem Einflüsse.

Die Temperaturabnahme bleibt sich im Mittel ziemlich gleich, sowohl zwi-schen zwei Punkten der freien Atmosphäre, berechnet aus der Barometerformel beibekannten Höhenunterschieden, als auch zwischen isolirten Berggipfeln oder Punktenan den Abhängen eines Berges in gleicher Exposition, da hier eonstante Grössenauftreten, die für gleichartige Punkte mit der Höhe sich nur wenig zu verän-dern scheinen. Die Temperaturabnahme wird jedoch sogleich eine andere, wennnicht die verschiedenen eben angeführten Localitäten unter sich allein, sondernmit Punkten von ungleichartiger Bodengestaltung verglichen werden. Alsallgemeines Resultat wird man stets eine Beschleunigung der Abnahme finden, wennder Abhang eines Berges mit einem isolirten Gipfel verglichen wird, da in derNähe des Bodens im Mittel stets eine verhältnissmässig grössere Wärme stattfindet,als in der freien Atmosphäre in gleicher Höhe. Selbst Gipfel, wenn sie nicht voll-ständig mit Schnee bedeckt sind, zeigen noch diesen Unterschied; nur ist hier we-gen der unmittelbaren Nähe der freien und im Mittel kältern Atmosphäre der Un-terschied nicht so bedeutend; oft genügt ein geringer Luftzug, der die etwas ent-fernteren Luftschichten mit der Oberfläche der Gipfel in Berührung bringt. Als ein

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