METEOROLOGISCHE VERHÄLTNISSE; BAROMETER, AVINDE.
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kungen nicht ausschliesslich von dem Abfliessen oder dem Zuströmen der Luft inder Nähe der oberen und der unteren Grenze der Atmosphäre abhängen. Eine iso-lirt gedachte Luftsäule ändert nämlich nicht allein periodisch ihre Dichtigkeit im All-gemeinen; auch innerhalb der Luftsäule treten periodische Verdichtungen oder Ver-dünnungen ein, die in grossen Höhen mit den Veränderungen des Gesammtdrnckesnicht gleichzeitig sind.
W i n d e.
Die Erwärmung der oberen Bodenschichten durch die Insolation, andererseitsihre Erkaltung durch nächtliche Strahlung bedingt wesentlich die Temperatur derLuft; fehlte der Atmosphäre ihre Beweglichkeit, so würde diese Betrachtung für dieBeurtheilung der Temperatur an einem einzelnen Punkte ebenso anwendbar sein,als sie es fiir die Gesammttemperatur der Erde ist.
Aber durch die weit verbreiteten Bewegungen der Atmosphäre geschieht es,dass die localen Einflüsse sehr geschwächt werden; ja was noch wichtiger ist, durchdie ziemlich constanten mittleren Windesrichtungen wird einzelnen Theilen im MittelWärme zu Geführt, während anderen constant eine kältere Luft zuströmt; ein Phäno-men, welches mit den Strömen wärmeren und kälteren Wassers, welche die Meeredurchziehen, ganz analog ist.
Ausserhalb der Tropen, wo alle meteorologischen Verhältnisse an Regelmässig-keit verlieren, wird auch die Windesrichtung viel veränderlicher, und der erkäl-tende oder erwärmende Einfluss der Winde ist hier als die Differenz periodischwechselnder warmer und kalter Luftströme zu betrachten.
Ohne auf die allgemeinen Gesetze dieser Phänomene hier näher einzugehen,wollen wir nur erwähnen, dass im Gebiete der Alpen wie im mittleren Europa überhaupt im Winter südwestliche, im Sommer nordöstliche Winde vorherrschen.Von den Alpen im Allgemeinen scheint nach den Ebenen an ihrem Fusse keinVorherrschen absteigender Luftströme stattzufinden; wenigstens lassen die Beobach-tungen an den Windfahnen dies ebenso wenig erkennen, als etwa eine verhält-nissmässige Temperaturdepression am Fusse der Alpen; dass aber in einzelnen Fäl-len absteigende Luftströme die Thäler durchziehen, lässt sich an den periodischwiederkehrenden Morgen- und Abendwinden sehr deutlich verfolgen; es ist zugleichzu erwarten, dass ähnliche Verhältnisse die Wärme der Orte in der unmittelbarenNähe der Alpen etwas deprimiren; allein die Verminderung der Wärme aus dieserUrsache kann nicht dadurch wahrgenommen werden, dass wir Punkte in der Näheder Alpen mit anderen Orten von gleicher Höhe, etwa in kleineren Gebirgen ingleicher Breite, oder auf die gleiche Breite durch Rechnung reducirt vergleichen;in den Alpen wird durch die allgemeine Bodenerhebung und durch die relative Er-wärmung, welche diese hervorbringt, der geringe erkältende Einfluss nach abwärtsgerichteter Luftströme jedenfalls bedeutend übertroffen.