588 ERLÄUTERUNGEN Z. VERGLEICH. DARSTELLUNG DER PIIYSICAL. VERHÄLTNISSE DER ALPEN.
che die Temperatur der atmosphärischen Niederschläge auf die Wärme der Quellenausübt, indem er zeigte, dass Kegionen mit Winterregen verhältnissmässig kältereQuellen haben, als solche mit vorherrschenden Sommerregen.
Ein ähnlicher Unterschied zwischen der relativen Wärme der Luft und derWärme des atmosphärischen Wassers, das die Bodenschichten durchträukt, findetstatt, wenn wir hohe Orte mit niedrigen vergleichen, auch dann, wenn die vergli-chenen Punkte unmittelbar übereinander folgen, also dieselbe Vertheilung der atmo-sphärischen Niederschläge in der Jahresperiode haben.
Die Bestimmungen der Temperatur der Niederschläge ergeben, dass in grossenHöhen die Kegentemperatur im Mittel einen grösseren Ueberschuss über die Wärmeder Luft zeigt als in den unteren; zugleich ist aber auch der Umstand von sehrgrossem Einflüsse, dass beim Schmelzen der Schneedecke die gebundene Wärmevorzugsweise der Atmosphäre entnommen wird; zum grossen Tbeile durch Conden-sation des atmosphärischen Wasserdampfes bei vorherrschenden feuchten Winden,mit deren Auftreten das bedeutende Schmelzen des Schnees stets zusammenfallt.Dadurch geschieht es, dass in grossen Höhen, deren mittlere Luftwärme bedeutendunter Null ist, die mittlere Wärme des in den Boden eindringenden Wassers, dasnie unter Null sein kann, einen Ueberschuss über die Luftwärme zeigt, welcherauch auf die Wärme der Quellen einen entschiedenen Einfluss ausübt.
Gang des Barometers.
Das Barometer zeigt in grösseren Höhen ein constantes Abnehmen in der Grösseder Veränderungen des Luftdruckes; doch werden die nicht periodischen Veränderun-gen des Luftdruckes selbst für die höchsten Alpengipfel nicht verschwindend klein.
Es ergiebt demnach der Gang des Barometers in den Hochregionen an ein-zelnen Tagen eine geringere Differenz der Extreme und nähert sich so jenem anOrten in grösseren Breiten. Die Differenz der Extreme in den einzelnen Mo-naten wird mit der Höhe ebenfalls geringer und nähert sich so dem Typus des Ba-rometerganges in geringeren Breiten.
Die Grösse des Unterschiedes zwischen dem grössten und kleinsten Monats-mittel scheint weit mehr von unregelmässigen Einflüssen der Bodengestaltung undvon der Vertheilung der Feuchtigkeit abzuhängen, als davon, ob die Alpenkettc imAllgemeinen nördlich oder südlich vom Beobachtungspunkte liegt. In der Jahres-periode zeigt der Druck der trockenen Luft für die wärmsten Monate, analog deintäglichen Gange, nur an den höheren Orten ein Maximum.
Die täglichen periodischen Veränderungen des Barometerstandes ergeben in denEbenen und auf plateauartig gestalteten Erhebungen 2 Maxima und 2 Minima; aufisolirten hohen Bergen und in der freien Atmosphäre tritt nur 1 Maximum und1 Minimum ein, die ungefähr zur Zeit der Teinperaturextreme stattfinden.
Die Ursache dieser Verschiedenheiten liegt darin, dass die Barometerschwall-