Nach den Beobachtungen, welche in dieser Tabelle mitgetheilt sind, wurdenauf der Tafel XXII des Atlas die Linien für die Grenzen der wichtigsten Pflanzeneinjretrasren. Es lässt sich bei einer näheren Betrachtung derselben ein Einfluss so-wohl der geographischen Lage, als auch der Bodengestaltung und der Massenhaf-tigkeit der Gebirge deutlich unterscheiden. Es werden nämlich, zusammenhängendmit den allgemeinen \eränderungen des Klimas, auch hier die Grenzen höher, jemehr man sich den südlichen und südwestlichen Gruppen nähert. Ueberdies be-dingt auch die Form des Gebirges eine wesentliche Veränderung in der Lageder Vegetationsgrenzen; sie reichen, wie die Linien für Luft- und Quellenwärme,in den massenhaften centralen Alpengruppen höher als in niederen Zügen. Die ab-solute Höhe einzelner Berge ist dabei von geringerer Bedeutung als die Erhebungganzer Gebirgsmassen mit Einschluss der Thalsohlen. Der Einfluss, den die Mas-senhaftigkeit der Erhebung auf die Begünstigung der Vegetation ausübt, ist im We-sentlichen derselbe, welchen wir für die Temperatur der Luft und des Bodens be-reits näher entwickelt haben. Für die Vegetation insbesondere scheint aber einemassenhafte Erhebung auch dadurch günstig, dass dabei noch an sehr vielen Stellenweit geringere Neigungen der Abhänge auftreten, als dieses bei gleicher Höhein niederen Alpengruppen der Fall ist. Es wird theils durch die Bodengestalt,theils durch die verminderte Zugänglichkeit für Winde und Stürme die zahlreicheEntwickelung einiger Pflanzen, vorzüglich der Bäume, unterstützt, und es werdendadurch auch sehr häufig die Grenzen derselben höher gerückt. Verfolgt man dieVegetatlonslinien in ihrem Verhältnisse zu den Jahres-Isothermen, so bemerkt mansogleich, dass die verschiedenen Vegetationsglieder nicht immer bei denselben mitt-leren Jahrestemperaturen enden. Die folgende Tabelle enthält die specielleren Ver-gleichungen 1 .
Bezeichnung der Pflanzen
Hebe.
Wallnuss; mittlere GrenzeWallnuss; Maximum . . .
Buche (Mittel).
Getreide; mittlere GrenzeGetreide; Maximum . . .Coniferen; mittlere GrenzeConiferen ; Maximum . .
Schneegrenze.
Aeusserste Phanerogamen-grenze.
Centralalpen.
Südl. Alpen am Monte-Rosa u. Mont-Blanc .
Höhein P.F.
Temp. C.
Höhein P.F.
Temp. C.
Höhein P.F.
Temp. C.
1500
9,0
1800
8,8
2750
8,5
2500
7,3
2700
7,3
3600
6,7
2900
6,6
3600
5,7
—
—
4200
4,1
3900
5,2
4800
4,8
2700
7,0
4000
5,0
4750
4,6
3700
5,1
5100
2,7
6000
2,5
5500
1,3
6000
0,9
6500
1,5
6000
0,2
6500
- 0,2
7000
0,5
8200
- 4,3
8400
- 4,4
9300
- 3,5
—
—
10000
- 7,6
i
11000
- 7,6
gen 1850
u. s. w. mit Ergänzungen.