VEGETAT10NSVERIIÄLTNISSE UND PFLANZENGRENZEN.
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Mit Ausnahme der Buche, welche wir später betrachten werden, zeigt sich biszur Höhe der Coniferen, dass die Grenzen in den nördlichen Alpen bei wärmerenIsothermen liegen, als in den östlichen Centralalpen; noch etwas geringere Jahres-temperaturen bemerkt man an den entsprechenden Punkten in den westlichen Cen-tralalpen von Wallis und Savoyen . Es wird dieses wohl von dem grossen Einflüssebedingt, welchen die Temperatur der Jahreszeiten und der Monate auf das Gedei-hen der Pflanzen ausübt. Die Wärme des Sommers ist dabei von besonderer Wich-tigkeit; je grösser diese bei gleicher mittlerer Jahrestemperatur ist, desto höher rei-chen die Pflanzen hinauf und desto kälter sind die J ah res isothermen, welche manan ihren Grenzen findet.
Die früher erwähnten Unterschiede in dem Charakter des Climas in verschie-denen Alpengruppen und für verschiedene Expositionen machen sich bei weitem amdeutlichsten bei der Grenze der Cerealien in ihrem Verlaufe durch das Alpengebietbemerkbar, da gerade die Cerealien von der Sommerwärme vorzugsweise abhängen.
Das Aufhören der Ilebencultur und die mittlere Grenze der Wallnuss scheinenin den nördlichen Alpen und in den Centralalpen von Kärnthen, Tyrol und der öst-lichen Schweiz bei nur wenig abweichenden Isothermen zu liegen; es entsteht hin-gegen, wohl vorzugsweise durch den Einfluss der südlichen Lage, in den hohenGebirgsmassen des AVallis, in Piemont und in Savoyen ein bedeutendes Steigen die-ser Grenzen, welche dort bei kälteren Jahresisothermen enden, als in den beidenersteren Gruppen. Für die Extreme der Wallnuss lässt sich jedoch bereits eindeutlicher Unterschied der mittleren Jahrestemperatur in der nördlichen Nebenzoneund in den östlichen Centralpen erkennen.
Die Buche steht, abweichend von den übrigen Pflanzen, in den nördlichenAlpen bei kälteren Isothermen als in den Centralalpen, in welchen sie überhauptnicht sehr zahlreich auftritt; auch in der Gruppe des Monte-Rosa, im Wallis u. s.w.reicht sie im Allgemeinen weniger hoch, als man bei den warmen Lufttemperaturenerwarten sollte.
Schon Moiil und Andere haben auf diese Unterschiede aufmerksam gemachtund damit verglichen, dass die Buche im Allgemeinen das coutinentale China zufliehen scheint. Jedoch erreichen die Unterschiede in der Vertlieilung der Tempe-ratur zwischen einzelnen Alpentheilen nie einen so bedeutenden Grad, dass die Ver-breitung der Buche unmittelbar darauf zurückgeführt werden könnte. Es dürftenhier noch manche andere climatische Verhältnisse und theilweise auch die Bodenbe-schaffenheit von Einfluss sein; zugleich wird die Vegetation der Buche und derLaubbäume überhaupt durch das Vorhandensein der ausgedehnten Coniferen - Wal-dungen unmittelbar beeinträchtigt, und es können dadurch auch ihre IlöhengrenzenDepressionen erleiden.
An den niederen Vorbergen, welche den Südrand der Alpen bilden, erreichendie Pflanzen in den oberen Theilen der Gebirgszüge nicht jene grossen absoluten