Band 
[Textband.]
Seite
603
JPEG-Download
 

VEGETATIONSVERIIÄLTNISSE UND PFLANZENGRENZEN.

603

Mittlerer Eintritt der Vegetationsepochen (Fortsetzung).

Bezeichnung der

1500 bis

2000 bis

3000 bis

4000 bis

5000 bis

6000 bis

7000 bis

Epochen.

2000'.

3000'.

4000'.

5000’.

6000'.

7000'.

8000'.

F ruchtr eife.

Prunus Cerasus .

25. Juni

18. Juli

3. Aug.

20. Aug.

Secale cereale hiber-

18. Juli

31. Juli

8. Aug.

18. Aug.

3. Septbr.

num.

(5200')

Hordeum distiehum

25. Juli

7. Aug.

17. Aug.

29. Aug.

11. Septbr.

und hexastichon.

(5200')

Triticum vulgare

9. August

21. Aug.

31. Aug.

13. Sept.

aestivum.

Avena sativa.

14. August

27. Aug.

5. Sept.

16. Sept.

29. Septbr.

(5200')

Sambucus nigra .

9. Septbr.

21. Sept.

3. Oct.

Anhaltende allgemeine

10. Decbr.

30. Nov.

20. Nov.

10. Nov.

28. Octbr.

15. Oct.

1. Oct.

Schneedecke; Ein-

Diese Epoche

ist hier

tritt des Winters.

noch etwas unbe-

stimmt.

Aus der Vergleichung dieser Zahlen erhält man im Mittel für die ganzeDauer des Vegetationscyclus

eine Verzögerung der Vegetationsentwickelung von 11 Tagen für eine Er-hebung von 1000 P. F.

Jedoch ist dieses Zurückbleiben der Vegetationsentwickelung nicht in allen Jahres-zeiten in gleichem Grade der Fall; man findet:

im Frühlinge, bis zum Ende der Bliithenbildung, eine Verzögerung von10 Tagen für eine Erhebung von 1000 P.F.;hingegen während der Fruchtreife bis zum Eintritte des Winters eine Ver-zögerung von 12,5 Tagen für eine Erhebung von 1000 P.F.

Der Grund dieser sehr constanten Unterschiede dürfte theilweise in der rasche-ren Temperaturabnahme zu suchen sein, welche in den Sommermonaten stattfindet,indem dadurch die höheren Orte verhältnissmässig kälter werden, und daher auch inder Entwickelung der Pflanzen weiter zurück sind, als bei dem Beginne der Vege-tation. Der verticale Abstand zweier Punkte um 1000’, welcliQr hier der Verzöge-rung von 11 Tagen entspricht, bringt im Allgemeinen in der mittleren Temperatur,besonders jenes Zeitraumes, in welchem die Vegetationsentwickelung stattfindet, eineVeränderung von 2° C. hervor.

Wie bereits erwähnt, sind in der obigen Uebersicht die südlichen und süd-westlichen Alpen nicht mit inbegriffen. Verschiedene Angaben über den Eintrittder Vegetationsepochen, welche wir im Jahre 1851 im Wallis, in Savoyen und demDauphine zu sammeln Gelegenheit hatten, zeigen deutlich, dass hier die Verzöge-

re*