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604 ERLÄUTERUNGEN Z. VERGLEICH. DARSTELLUNG DER PIIYSICAL. VERHÄLTNISSE DER ALPEN.

rung der Vegetationsentwickelung mit der Höbe in übereinstimmender Weise statt-fiudet; auch Hessen sich die grösseren Differenzen im Herbste sehr schön erkennen.

Unter den Eigentümlichkeiten, welche eine nähere Vergleichung der Vegeta-tionsepochen in diesen Theilen der Alpen darbietet, möchten wir vorzüglich diebeiden folgenden liervorheben.

1. Die Verzögerung der Vegetationsepochen wird etwas rascher als im allge-meinen Mittel, wenn man die höheren Stationen in den westlichen und südwest-lichen Alpen mit den Punkten am südlichen Fusse der Alpen, z.B. mit Biella, Ivrea ,Turin u. s. w. vergleicht. In der lombardischen Ebene erleidet nämlich das Climaund die gesammte Vegetation eine ungemein bedeutende und rasche Veränderung,wodurch auch die periodische Entwickelung der Vegetation in ungewöhnlicher Weisebeschleunigt wird.

In den westlichen und südwestlichen Alpen treten im Allgemeinen in glei-cher Höhe die Vegetationsepochen etwas früher ein, als in den östlichen.

Höhengrenzen der Thiere.

Mit dem Charakter der Vegetation und mit der Verbreitung derselben in ver-schiedenen Höhen der Alpen hängt auch das thierisclie Leben innig zusammen.

Es ist jedoch bei der Beweglichkeit der Thiere und ihren verschiedenartigenLebensbedingungen weit schwieriger, bestimmte Thierregionen abzugrenzen, als ein-zelne Pflanzenregionen eines Gebirges zu unterscheiden; viele kleine Vögel undeinige grosse Raubvögel bewegen sich zum Beispiel von den Thalsohlen bis zurHöhe der Alpengipfel.

Wir führen hier einige charakteristische Beispiele für die Höhengrenzen derThiere an 1 , um dadurch das Bild der physikalischen Verhältnisse der Alpen etwaszu vervollständigen.

Am mannigfaltigsten ist das Thierleben in den reichen Ebenen am Fusse derAlpen und in der unteren Bergregion entwickelt. In der oberen Bergregion (2500bis 4000 P.F.) finden schon viele Thiere des Tieflandes und der Hochebenen ihreGrenze; es verlieren sich hier zum Beispiel oft ziemlich rasch die Maikäfer, ebensoder Frostspanner, dje Maulwurfsgrille u. s. w. bei circ. 3000 bis 3300'.

Viele kleine Vögel, welche durch ihr zahlreicheres Auftreten die Landschait

1) Mit den Bemerkungen, weiche wir selbst in unseren früheren Untersuchungen S. 518 —520 mit-getheilt haben, und mit verschiedenen Beobachtungen, welche wir später zunächst in den penninischenAlpen zu sammeln Gelegenheit hatten, wurden vorzüglich verglichen die vielen interessanten Angabenund Untersuchungen von Schinz und von Oswald Heer (in Fröhel und Heers Mittheilungen aus dertheoretischen Erdkunde 1836 und in den Denkschriften der Schweiz . Gesellschaft) und von Tscuuor(das Thierlebeu der Alpenwelt, 1853).