HÖIIENGRENZF.N DER TIIIERE.
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des ganzen Jahres zu leben vermögen. Bei 12012' am kleinen Mont-Cervin 1 (denSaussure bekanntlich Cime Brune du Breithorn nennt) fand derselbe noch einigePodurellen; bei 11770' am Südabhange der Vincentpyramide, wo noch die höchstenverkümmerten phanerogamischen Pflanzen vorkamen, und bei 11138' am Weiss-thore, beobachteten wir mehrere Podurellen und an dem letzteren Platze noch eineSpinne. Am Gipfel des Piz Linard wurde bei 11387’ nach Tschudi ebenfalls eineWeberknechts- oder Zimmermannsspinne (Opilio glacialis) gefunden.
Unter den ziemlich zahlreichen Exemplaren kleiner Thiere, welche in den Um-gebungen der Vincenthütte (9734') lebten, befanden sich bereits mehrere Käferarten.Die Thiere, welche uns unsere anderen Beschäftigungen hier zu sammeln gestatte-ten, waren, nach den Bestimmungen von Hm. Geh.Rath Klug in Berlin , folgende:
Elater rugosus Bonelli (in Tirol, Schweiz , Savoyen).
Mehrere kleine schwarze Carabici.
Eine grosse Spinne.
Ein Spanner, sehr wahrscheinlich Larentia dilatata, Wiener Verzeichniss.
(Auch sonst im Hochgebirge.)
Mehrere kleine nicht näher bestimmte Larven.
Eine Nebria, vermuthlich angusticollis.
Ein Obsidium in 3 Exemplaren.
Ein Paar kleine Schnecken.
Mehrere kleine Podurellen.
Am Piz Linard in Graubündten fand Heer zwischen 8000 und 9000' noch 13Käferarten. Es scheint, dass im Allgemeinen 9000' als die obere Grenze fürden bleibenden Aufenthalt der Käfer in den Centralalpen angenommen werden kann.Für die Schneeregion überhaupt führt Tschudi nach den sorgfältigen Forschungenvon Heer 32 Thierarten an, welche in ihr bleibend wohnen, nämlich 18 Insecten,13 Spinnen und 1 Schnecke (Vitrina diaphana var. glacialis).
Jedoch ist hiemit das thierische Leben der höchsten Alpenregionen noch nichtabgeschlossen. Die zahlreichen Infusorien, welche Herr Professor Ehrenberg inden von uns gesammelten Materialien nachgewiesen hat 2 , zeigen, dass das kleinstethierische Leben noch bis auf die höchsten beeisten Alpengipfel reicht, an welchendie Vegetation nur mehr durch kümmerlich entwickelte Flechten vertreten ist.
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1) Saussure versuchte hier zugleich die Zahl der Insecten zu schätzen, welche in grosser Mengeanf dem Firne lagen. Er zählte durchschnittlich 9 Thiere auf die Quadrattoise, was auf die Quadrat-meile 12 Millionen betrüge.
2) Vergl. Cap. VIII.