Band 
Erster Theil. Sphärische Astronomie.
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^ Sphar. Asiron.

Mrt eines Sterns gesucht wird, so ist nicht so wol der Punkt selbst, was mansticht, als vielmehr die Lage der Linie 'I? in der man den Stern auf der Erdesteht. Man ist zufrieden, wenn man diese Linie bestimmen kann, weil ihre Verlänge-rung am Himmel den Ort angiebt, wo der Stern erscheint; und bekümmert sich nichtdarum, in welchem Punkte dieser Linie der Stern eigentlich sey, ob in ^ oder a.Freylich kommen weiterhin Falle vor, da auch der Punkt ^ selbst gesucht wird, daman nicht blos den Winkel sondern das ganze Dreyeck kennen mus; z. B.

wenn die an einem Orte gemachten Beobachtungen auf einen andern Ort reduzirt wer-den sollen, oder wenn bey Bedeckungen eines Sterns durch den andern die Frage ist,welcher von bei,den uns naher sey, oc. Allein auch hier ist es nicht nöthig, die Linienselbst zu messen: es ist genug, wenn man das Verhältnis aller dieser Linien gegen ein-ander, oder die Winkel aller verbundenen Dreyecke kennt- Man kann alsdenn daswahre Dreyeck, oder ein ihm ähnliches verzeichnen, und die absolute Größe desselbenist eigentlich nur Gegenstand der Neugierde. Die Verhältnisse und Lagen aller Pla-neten-Bahnen unsers Sonnen - Snstems, und die Geiehe ihrer Bewegung, warenlangst bekannt, ehr man vor 27 Jahre» den Maasstab dazu erfand. Man kann daherirgend eine willkührliche Linie zum Maasstab annehmen, und durch diese alle Liniender Dreyecke, deren Winkel gemessen sind, nach ihrem wahren Verhältnis ausdrü-cken; und da sich auch die scheinbare Geschwindigkeit der Weltkörper durch Winkelangeben läst, so kann man für jeden Augenblick, die Lage aller Gestirne in ihrem rich-tigen Verhältnis angeben: und dies ist der ganze Zweck der sphärischen Astronomie.

§. 2. Wenn man sich auf einem Felde in einem Punkt ^ (2. Liq.) be-findet, um den sich die Körper L, O, 8, bewegen, so kann man aus diesem Punkt,durch Winkel-Messung, die Lage der Linien H,v, bestimmen; und wennman dies so oft widerholt, bis man die Geschwindigkeit, womit die Winkel um ^beschrieben werden, oder das Gesetz, wonach sich diese Geschwindigkeit ändert, gefun-den hat, so ist man im Stande, für jede Zeit die Lage dieser Linien anzugeben; odermit andern Worten, man kaun die Projektion ihrer Bahnen an der Gränze des Fel-des oder irgend eines um beschriebenen Raums zeichnen. Ob aber die Bahn, dieO beschreibt, die von v durchlaufene Bahn einschliesse, ob L näher oder weiter von^ sey als v, dies bleibt unbestimmt. Allein sobald man eben diese Winkel noch auseinem andern Punkt 8 gemessen hat, so kann man das ganze Feld in Grund leyen;man kann die ganzen Drenccke zeichnen, so daß die Punkte L, O, 8, ihre gehörigeLaae gegen einander erhalten. Um alsdenn die absolute Größe aller dieser Linien zuwissen, braucht man nur eine einzige Linie z. B. ^8 zu messen, die der Maasstaballer übrigen wird. Auf eben die Art verfährt man in der Astronomie, nur daß hiermehr Genauigkeit in der Messung, und größrer Scharfsinn erfodert wird, die Stand-linie ^ 8 und selbst die zu messenden Winkel auf die vortheilhafteste Art auszuwäh-len. Nachdem man die Winkel L/VO, L>V8, aus einem gewissen Punkt be-stimmt hat, sucht man eben diese Winkel L8V, L68, noch aus einem andernStandpunkt 6 zu messen; wo dann 8, zwey hinlänglich von einander entferntePunkte auf der Erde seyn können, oder wo diese Standlinie zu klein würde, zwen Punk-te der Erdbahn^ in denen sie sich zu verschiednen Zeiten des Jahrs befindet. Hieraus