Band 
Erster Theil. Sphärische Astronomie.
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2. A. I. C.

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§. 74. Die beyden Elemente, die bey den Beobaebtungen der Senne znmGrunde liegen, sind demnach ihre Geichwindigkeic und ihr scheinbarer Durchmesser,d. i. der Winkel, unter dem er dem Auge auf der Erde erscheint. Man nennt imbürgerlichen Leben die Zeit von einer Kulmination der Sonne, oder von einem Mittagebis zum andern, einen Tag, und richtet die Uhren so ein, daß sie in einer solchen Zeit24 Stunden zeigen. Zwar sind diese Tage in der That ungleich; aber der Unterschiedist so geringe, und die Geschwindigkeit der Sonne ändert sich im ganzen Jahie si»wenig und so unmerklich, daß man ihre Bewegung wahrend eines Tages für gleich-förmig annehmen kann. Hat man also eine gute Uhr so gerichtet, daß sie von einerKulmination der Sonne bis zur andern, an einem gewissen Taae 24 Stunden zeigt,so kennt man die relative Geschwindigkeit der Sonne an diesem Tage. Sie beschreibtnämlich mit ihrer relativen Bewegung z6c>° in 24 Stunden, folglich in i Stunde i;°,in i Minute is', in r Sekunde rc", rc. Die Uhr braucht nicht genau 24 Stundenzu zeigen, wenn sie nur wälzend eines solchen TagcS gb. ichförmig geht. Wenn sienämlich 1 Sekunden statt 24 Stunden zeigt, so durchlauft die Sonne in einer Sekunde

dieser Uhr M. ch o, Sekunden eines Grads. Dis ist zugleich die relative Geschwin-digkeit der Sonne an diesem Tage, auf die iu der Mechanik gewöhnliche Art, durch dieLinie oder den Winkel ausgedrükt, der in 1 Sekunde durchlaufen wird. So kannman also nach jeder Uhr den Bogen des Aeguators finden, der nach der relativen Ge-schwindigkeit der Sonne, in i Sekunde oder jeder andern Zeit, durch den Meridian oderjeden andern Stunden-Kreis geht: d. h. man kann Zeit in Bogen und Bogen in Zeitverwandeln, wenn man nur zwey auf einander folgende Durchgänge der Sonne durchden Meridian oder einen andern Stunden-Kreis beobachtet hat.

8- Den scheinbaren Durchmesser der Sonne misst man entweder miteinem Mikrometer,^ oder durch die Zeit die er gebraucht, durch einen Stunden-

Kreis zu gehn, auf eben die Art, die oben ben den Faden-Mikrometern erklärt ist.

Es sey k der Weltpol (19. Fig.), die Sonncnscheibe 8 s habe r Sekunden gebrauchtdurch den Stundenkrcis ?8 zu gehn, und die Uyr zeige 1 Sekunden von einer Kul-mination der Sonne bis zur andern: so ist der Winkel 8 ? 8 oder ider Bogen des

Aeguators 1 t— und 1c 8s: — 1: iin ? 8. Sezt man also den scheinba-

ren Halbmesser der Sonne i 8 z — k, und ihre Abweichung 18 — -s, soD k — ^ 1 clui? 8,oder k — -^7-182". Die bequemste Beobachtung hiezu ist die Kulmination der Sonne:alsdenn kann man zugleich die Höhe des Randes 8, die von der Höhe des Mittel-punkts nicht sehr verschieden ist, messen, und daraus unmittelbar die Abweichungder Sonne finden (§.57.^. Hat man nun die Höhe des obern oder untern Sonnen-

randes beobachtet, so subtrahirt oder addirt mau den Halbmesser k ^ 180°, um

die Höhe des Mittelpunkts zu haben.

§. 76. In vielen Fallen kömmt das umgekehrte Problem vor, da man ausdem Halbmesser der Sonne, die Dauer ihres Durchgangs durch den Meridian oder

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