Band 
Erster Theil. Sphärische Astronomie.
Seite
65
JPEG-Download
 

<55

2. A. 2. C.

der Schiefe der Ekliptik gleich, im Anhinge des zweyten und vierten, Quadranten(§. 8o.). Wenn man also zu Anfange des Sommers die mittägliche Höhe derCon-ne einige Tage nach einander vcovachtct, bis man ihre grosse Höhe gefunden hat, undeden so zu Anfange des Winters, bis man bemerkt, daß ihre mittägliche Höhe widerznnimt: so hat man im ersten Falle ihre gröste nördliche, und im zweyten Falle ihregröste südliche Abweichung (tz. 57.), also in beyden Fallen die Schiefe der Ekliptik.Um die den der Beobachtung beganaenen Fehler zu vermindern, nehme man den Un-terschied zwischen der gemessenen grossen lind kleinsten Höhe, welcher m (Bk- -chO I(18 Fig.) seyn wird, also die doppelte Schiefe, die man auf diese Art findet, ohnedie Polhöhe zu kennen. Es fallt in die Augen, daß diese Methode nur dann eine voll-kommene Genauigkeit geben kann, wenn die Sonne gerade im Mittage ihre «röste Ab-weichuua, oder eine Lange von 92^ oder 270' hatte: welches selten zutreffen wird.Wenn man in der Gleichung I. 2. (§. 79.) ^ und <5 veränderlich annimmt, so wird^ ^ , also wenn x — 90° oder > — 270° ist, ^7 — 2. Man sieht hier-

aus, daß wenn die Sonnenwende nur nicht zu weit vom Mittage eintrit, für die Ab-weichung und Schiefe kein merklicher Fehler entsteh» kann.

§. 8°!. Doch auch dieser Fehler last sich auf folgende Art vermeiden. Wenneben diese Beobachtungen an mehreren Qertern der Erde angestellt werden, so wirddarunter unfehlbar ein Ort seyn, in dessen Mittag die Sonnenwende fiel: der grösteunter allen gcfnndnen Werthen von k kömmt der wahren Schiefe am nächsten. Wennmau eben diese Beobachtungen an demselben Orte mehrere Jahre widerholt, so wird,da das Jahr nicht genau aus einer ganzen Anzahl Tage besteht, die Sonnenwendebald mehr bald weniger vom Mittage entfernt seyn, folglich auch ein Jahr vorkom-men, in dem sie wenigstens sehr mme beym Mittage eintrit, so daß unter allen diesenJahren der gröste Werth, der genaueste ist.

Man erhalt die gröste Abweichung noch genauer, wenn man am Tage derSonnenwende mehrere Höhen der Sonne ausscr dem Mittage misst und dcwans dieAbweichung berechnet (§, e-.oder ihre Abweichung durch Begleichung mit Fixster-nen, die fast in demselben Parallel find, bestimmt (§. 62. folg.).

§. 84. Dieser Methode (H. 82.) hat man sich zur Bcstimmlma dieses wich-tigen Elements von je her bedient. Die Alten gebrauchten hiezn ei"cii Gnomen, d- i.einen vertikalen Stift, oder besser eine vertikale Maner (22. Fig.) die in L einekleine runde Oefnnna hat, durch die der Sonnenstrahl fällt. Wenn nun die Sonneim Sommer die grö'ke Höhe in 8 hat, w wird auf omer hori ontalcn Flache der hel-le Punkt oder das Bild der Sonne in 0 falle», und wenn BOO eine Mittagslinieist, so wird O unter all'» Entfernungen des ConnenbiOes vom Fuße c-cs Gno-mons, ini ganzen Jahr' die kleinste seyn. Wenn hernach die Sonne im Winter in8 am niedrigsten steht, so wird ^ I) am wüsten werden. d?»n sind ^ Ö8 und^ k) 8 die mittäglichen Sonnen - Höhen, und man kann 6, B L, messen:

daraus erhält man tar>§0 — ^ und taNF ld m da dann die Häljte des Unter-

I schicds